Gerrit Zalm
Mal jovial, mal unerbittlich

Gerrit Zalm, Ex-Finanzminister der Niederlande, soll die europäischen Interessen im Bilanzgremium IASC verteidigen. Mit seiner manchmal ätzenden Kritik machte sich der promovierte Ökonom im Inland wie im Ausland nicht nur Freunde.

BERLIN DÜSSELDORF. Schneeweißes Hemd, schwarzer Anzug, Fliege. So nimmt Gerrit Zalm vor einigen Tagen einen Award der niederländischen Caterervereinigung Veneca in Empfang. Zalm ein Gourmet? Nein, der ehemalige Finanzminister aus Den Haag sei wie ein „Bock auf der Haferkiste“, heißt es in der Laudatio, weil er die Staatskasse erfolgreich bewacht und verteidigt habe.

Diese Eigenschaft mag einer der Gründe dafür sein, dem promovierten Ökonomen seinen neuen Job anzutragen. Anfang kommenden Jahres wird er Chairman of the Trustees des International Accounting Standards Committee (IASC). Ein komplizierter Titel, zumal es sich um die Londoner Organisation handelt, die den Konzernen die internationalen Rechnungslegungsnormen IFRS beschert.

Langweilig dürfte es trotzdem nicht werden. Der sportlich wirkende, grauhaarige Herr aus den Niederlanden kommt zum rechten Zeitpunkt. Das Committee steht im Brennpunkt der Kritik. Zuletzt warfen ihm die 27 Finanzminister der Europäischen Union Mangel an Transparenz vor. Doch in Wahrheit geht es darum: Das privatwirtschaftlich organisierte und finanzierte IASC ist den Europäern zu amerikanisch. Europäische Bilanzierungsbesonderheiten kämen zu kurz. Vor allem in Deutschland sorgen die IFRS-Vorschriften gerade für Wirbel. Sie sollen auch im Mittelstand gelten. Doch die kapitalmarktorientierten Regeln wollen so gar nicht zum Eigentümerunternehmen deutscher Prägung passen.

Da passt es wiederum gut, dass der neue Chairman aus Europa kommt und IASC-intern als Verteidiger europäischer Bilanzierungswerte gehandelt wird. Zudem löst Zalm einen Amerikaner ab, Philip Laskawy, Ex-Chairman der Prüfungsgesellschaft Ernst & Young.

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