Gerry-Weber-Gründer Gerhard Weber
„Dafür hat man doch nicht gearbeitet!“

Mit seiner Marke Gerry Weber hat Gerhard Weber vom beschaulichen Halle aus die Metropolen erobert. Im Interview mit dem Handelsblatt verrät der Modezar warum er keine Angst vor der Finanzkrise hat, warum Hugo Boss für ihn kein Vorbild ist und wie er in fünf Minuten fünf Millionen Euro ausgeben kann.

Handelsblatt: Der Kurs der Gerry-Weber-Aktie hat sich seit Juni fast halbiert. Eine günstige Gelegenheit für Sie, die restlichen Anteile selbst zu übernehmen?

Gerhard Weber: Das haben wir nicht vor. Wir sind an die Börse gegangen, um unser Wachstum zu finanzieren und von den Banken unabhängig zu werden.

Fürchten Sie dennoch die Finanzkrise?

An uns geht diese Krise bislang vorbei. Das liegt daran, dass der Einzelhandel nachweislich mit Gerry-Weber-Artikeln eine höhere Marge erzielt als mit den meisten unserer Wettbewerber. Im übrigen liegen uns für die Frühjahr-Sommer-Saison Vorbestellungen vor, die 14 Prozent über den Zahlen des Vorjahres liegen.

In Ihrem Büro hängen gleich zwei Weltkarten. Hat die Globalisierung nun etwa auch Halle in Westfalen erreicht?

Ich bin schon vor 30 Jahren in Japan gewesen, um Stoffe einzukaufen. Die Ware ließen wir dann in Hongkong fertigen. Inzwischen produzieren wir in Indien, Bangladesch, Vietnam und selbst in Moldawien. Wenn uns ein Land zu teuer wird, ziehen wir weiter. Für den Endverbraucher dürfte es von untergeordneter Relevanz sein, wo ein Teil gefertigt wird.

Und all das steuern Sie weltweit vom beschaulichen Halle aus?

Halle ist natürlich nicht der Nabel der Welt. Aber unser Unternehmen hätte nicht von Null an diesen Aufstieg geschafft, wenn wir in Hamburg, München oder Düsseldorf gestartet wären. Hier sind Sie einfach nicht so abgelenkt.

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