Geschäftsreisen
Holzklasse für Manager

Mitarbeiter von Henkel und SAP müssen auf Geschäftsreisen ohne Treffen mit Kunden vorerst verzichten. Durch geschicktes Reisemanagement können Unternehmen auch in der Krise intelligent sparen, ohne auf wichtige persönliche Kundenkontakte zu verzichten.

DÜSSELDORF. "Wo kann noch gespart werden?" Diese Frage steht auf der Agenda deutscher Unternehmen im Angesicht der Finanzkrise und des Konjunkturabschwungs wieder einmal ganz weit oben. Nicht immer fällt die Antwort so drastisch aus wie bei Henkel und SAP, die ihren Mitarbeitern sämtliche Reisen ohne Kundenkontakt kurzerhand gestrichen haben. In Zeiten der Krise stehen Reisekosten jedoch stets als Erstes zur Disposition - Holzklasse statt Business Class, Golf statt Benz, Motel One statt Marriott. "Sollen wir unsere Mitarbeiter jetzt per Paket verschicken?" fragt der an zahllose Sparrunden gewöhnte Mobilitätsmanager der Carl Zeiss AG, Andreas Konkel.

Geht es nach Norbert Walter, dann wird es so weit nicht kommen. "Mobilitätsverzicht ist für Eremiten", erklärte der Chefvolkswirt der Deutschen Bank den Mitgliedern des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR) auf ihrer Herbsttagung vergangene Woche in Düsseldorf. "Der persönliche Kontakt bei geschäftlichen Beziehungen sei essenziell", sagte Walter, trotz wachsender Energiekosten, drohender Rezession und steigender Preise für Flüge, Bahnreisen und Hotelübernachtungen. Die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland scheint diese Meinung zu teilen.

In einer VDR-Umfrage unter 548 Firmenmitgliedern mit einem Gesamtumsatz bei Geschäftsreisen von mehr als zehn Milliarden Euro pro Jahr meldet knapp die Hälfte der Unternehmen, dass sie trotz der Krise ihr Reiseverhalten nicht verändern wollen. VDR-Präsident Michael Kirnberger erklärt, warum: "Der unreflektierte Verzicht auf Dienstreisen ist keine Lösung und bewirkt ökonomischen Stillstand."

Nur 14 Prozent der befragten Unternehmen streichen Geschäftsreisen, die nicht unbedingt notwendig sind, nur vier Prozent schränken das Reisen allgemein ein. Immerhin fast ein Drittel der Unternehmen will aber stärker auf die Kosten achten und günstiger reisen.

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