Gescheiterte Pilotenverhandlungen
Delta-Chef Mullin zurückgetreten

Der Vorstandsvorsitzende und Chairman von Delta Airlines, Leo Mullin, hat seinen Rücktritt eingereicht. Zum ersten Januar wird der langjährige Delta-Direktor Gerald Grinstein sein Nachfolger.

HB ATLANTA. Zum neuen Chairman werde auf der Hauptversammlung im April John F. Smith ernannt, teilte die Fluggesellschaft am Montag mit. Smith ist ebenfalls Direktor bei Delta und war zuvor Chef der General Motors Corp. Beobachter sehen im Rücktritt Mullins einen Zusammenhang mit den bislang gescheiterten Verhandlungen mit der Pilotengewerkschaft über Gehaltskürzungen. Die Bezüge der Delta-Piloten liegen über denen der Piloten anderer Fluggesellschaften und tragen erheblich zur hohen operativen Kostenbelastung der Gesellschaft bei.

Mullin gilt als Finanzexperte. Dennoch begrüßten Analysten seinen Rücktritt. Was die finanzielle Seite angehe, habe Mullin viel erreicht, sagte Susan Donofrio von der Deutsche Bank Securities. Die größte Aufgabe, die es zu lösen gelte, seien jedoch die Gehaltsverhandlungen mit den Piloten der Gesellschaft. Hierfür sei Grinstein die bessere Wahl.

Viele Anleger glaubten, dass mit dem Rückzug von Mullin die Chancen auf

eine Einigung mit den Piloten gestiegen seien, sagte Analyst James Higgins von Credit Suisse First Boston Equity Research. Er rechnet damit, dass die Delta-Aktie weiter steigt. Die Titel hatten schon am Montag auf die Nachricht vom Rücktritt Mullins mit einem Kursanstieg um 7,2 % auf 12,25 Dollar reagiert.

Ratingagenturen sind offenbar skeptischer, was die Zukunft von Delta anbelangt. Standard & Poor's hat die Ratings von Delta am Montag nach der Mitteilung über den Rücktritt des Chefs und Chairman auf die Überprüfungsliste mit negativer Implikation gesetzt. Die Analysten begründeten dies mit den noch immer hohen Verlusten, den hohen operativen Kosten und den zu erwartenden Pensionsverpflichtungen. Schon am Freitag hatte Fitch die Bonitätsnote für vorrangige unbesicherte Schuldverschreibungen von Delta auf „B“ von „B+“ heruntergestuft. Der Ausblick bleibe negativ, teilte Fitch mit. Die Agentur glaubt nicht an eine schnelle Einigung mit den Piloten.

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