Gescheiterte Übernahme Rodenstock-Chef Olaf Göttgens verliert Posten

Die vorerst geplatzte Rettung des traditionsreichen Münchener Brillenherstellers Rodenstock sorgt für mächtigen Ärger. Das kostet nun auch Unternehmenschef Olaf Göttgens seinen Posten. Rodenstock ist in einer gefährlichen Situation.
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Olag Göttgens: Der Brillenhersteller Rodenstock trennt sich von seiem Chef. Quelle: Pressebild

Olag Göttgens: Der Brillenhersteller Rodenstock trennt sich von seiem Chef.

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FRANKFURT. Der Manager verlasse das Unternehmen, erfuhr das Handelsblatt aus Branchenkreisen. Mit einer dürren Meldung bestätigte Rodenstock dann wenig später die Trennung. Offiziell verlässt Göttgens das 1877 gegründet Unternehmen "auf eigenen Wunsch", wie das so heißt in solchen Fällen. Tatsächlicher Hintergrund ist allerdings, dass es in den vergangenen Monaten zu Konflikten zwischen dem ehemaligen Mercedes-Manager und dem Rodenstock-Eigentümer Bridgepoint gekommen war. Das Vertrauensverhältnis zwischen beiden Seiten sei zerrüttet, hieß es bereits in den vergangenen Tagen. Bridgepoint und Rodenstock lehnten eine Stellungnahme dazu ab.

Bridgepoint hatte Rodenstock vom Finanzinvestor Permira übernommen und dabei hoch verschuldet. In der Wirtschafts- und Finanzkrise war das Unternehmen dann in Probleme geraten. In den vergangenen Monaten war allerdings um eine Sanierung gerungen wurden, in deren Zuge die Schuldenlast verkleinert worden wäre. Es sah vor, dass der dem Luxuskonzern Richemont nahe stehende Finanzinvestor Trilantic frisches Geld ins Unternehmen steckt und so die Mehrheit übernimmt. Bridgepoint hätte ebenfalls Geld nachgeschossen, die Kontrolle über das Unternehmen aber verloren. Darüber hinaus wären Zugeständnisse der Gläubiger nötig gewesen, die unter anderem von Société Générale, Royal Bank of Scotland und HSH Nordbank vertreten werden.

Das Rettungspaket war am Dienstag aber gescheitert. Angeblich hatten die Banken weitere Forderungen an Trilantic und Bridgepoint gestellt. In Gläubigerkreisen wird allerdings umgekehrt darauf hingewiesen, dass die erhobenen Forderungen keineswegs unangemessen gewesen sein.

Göttgens hatte - offenbar zum Teil auch ohne Wissen des Eigentümers Bridgepoint - den Einstieg von Trilantic angebahnt oder zumindest vorangetrieben. Die Idee des Managers: Mit Trilantic an Bord hätte Rodenstock auf Marken des Luxuskonzerns wie Mont Blanc oder Cartier zugreifen können und absatzstarke Kollektionen unter diesem Namen vertreiben können.

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