Geschlossene Fonds: Haftbar auch nach Fonds-Verkauf

Geschlossene Fonds
Haftbar auch nach Fonds-Verkauf

Wer Anteile an geschlossenen Fonds auf dem Zweitmarkt verkauft hat, ist damit nicht jeder Haftung entbunden. Florian Drinhausen, Anwalt und Partner in der Sozietät Linklaters, Oppenhoff und Rädler, erklärt Zusammenhänge des Verkaufs und damit verbundene Risiken.

Herr Drinhausen, viele Anleger sind heilfroh, wenn sie ihre Anteile an einem geschlossen Fonds loswerden. Haben sie sich mit einem Verkauf aller Probleme entledigt?

Nicht unbedingt. Ein Investor, der sich an einer Kommanditgeschellschaft beteiligt hat, kann trotz Verkaufs in der Haftung sein - und zwar fünf Jahre lang. Das droht, sobald an ihn oder den Käufer Teile der Einlage ausgezahlt worden sind. Im Extremfall hieße das: Der Anleger, der seine Anteile verkauft hat, müsste dennoch zahlen, wenn der Fonds in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Das kann bis zur Höhe seiner ursprünglichen Investition gehen.

Übernimmt das denn nicht der Anteilskäufer?

Die Gläubiger des Fonds können wählen, wen sie als Schuldner haben möchten: den Käufer oder den Verkäufer. Das gilt selbst dann, wenn die Gesellschaft dem Verkauf zugestimmt hat.

Kann der Verkäufer sich irgendwie aus der Haftung befreien?

Gegenüber den Gläubigern des Fonds nicht. Aber er kann im Haftungsfall auf den Käufer zurückgreifen und von ihm den Ersatz seiner Zahlung verlangen. Das muss allerdings exakt im Verkaufsvertrag geregelt sein. Außerdem sollte bei einem Verkauf darauf geachtet werden, dass man es mit einem solventen Partner zu tun hat. Andernfalls bleibt man selbst auf dem Verlust sitzen.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 4/06

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