Gesundheitsmanagement
Sind die Leute gesund, freut sich der Chef

Hängen bei Ihnen auch nur die Mutterschutzvorschriften in der Teeküche? Und kommt jedes Jahr pünktlich zum Advent die Rundmail, dass Adventskränze aus Arbeitsschutzgründen nicht anzustecken sind?

BONN. Bei den meisten Unternehmen ist dies alles, was an Gesundheitsschutz stattfindet. Der gesetzliche Mindeststandard eben. Wenn es hoch kommt, gibt es noch eine jährliche Grippeschutzimpfung oder einen Zuschuss für’s Fitnessstudio – das war’s.

Aber ein strategisches Gesundheitsmanagement? Bei den meisten Unternehmen Fehlanzeige. Nur wenige leisten sich – wie der Otto Versand, der Anlagentechniker Freudenberg oder der Weißblechhersteller Rasselstein Hoesch – sogar Kampagnen mit eigenen Logos, um auch ja alle Mitarbeiter zu erreichen.

Spätestens durch Schaden dürften etliche Unternehmen jedoch bald klug werden: „Wer künftig kein Auge darauf hat, wie gesund die eigenen Mitarbeiter sind, für den wird es in den nächsten Jahren teuer werden“, erwartet Michael Forst, Inhaber des Markt- und Meinungsforschungsinstituts » Europressedienst in Bonn. Denn Verluste durch kranke Mitarbeiter werden immer kostspieliger. Hinzu kommt: „In der verdichteten Arbeitswelt haben Ausfälle heute schneller Folgen als früher. Der Einzelne ist schlechter ersetzbar, Puffer gibt es in den Unternehmen nicht mehr“, erklärt Forst.

Europressedienst hat sich einen Namen gemacht mit seinen Tests von Deutschlands Finanzämtern und Schulen. Jetzt haben die Bonner den 500 größten Unternehmen hier zu Lande auf den Zahn gefühlt, wie ernst sie es mit dem Thema Gesundheitsmanagement meinen. Untersucht wurde nicht nur, ob und wie viele Angebote die Unternehmen für ihre Leute parat haben. Was zählte, war vielmehr, ob sie ein durchdachtes Konzept besitzen, das auch gelebt und dessen Ergebnisse kontrolliert werden.

Dass sich ein Gesundheitsmanagement für die Unternehmen auf lange Sicht rechnet, ist unter Experten wie Roswitha Meyer, Betriebswirtschaftsprofessorin an der European Business School in Oestrich-Winkel und Leiterin der EBS Gesundheitsakademie, ganz selbstverständlich. Auch die Europressedienst-Studie zeigt, dass der Leistungsindex bei Unternehmen mit gesunder Belegschaft deutlich höher ist. Aber zu welchen Kosten? VW etwa investiert im Jahr stolze 130 Euro in die Gesundheit jedes einzelnen Mitarbeiters. Der Schnitt liegt bei 60 Euro.

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