Gesundheitsrisiko: Verschmutzte Luft in China schreckt Manager ab

Gesundheitsrisiko
Verschmutzte Luft in China schreckt Manager ab

Immer mehr ausländische Führungskräfte verlassen China wegen der dramatischen Luftverschmutzung. Andere wollen ihre Gesundheit erst gar nicht gefährden und winken ab. Es gibt bereits Engpässe bei Spitzenkräften.
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PekingWhitney Foard Small hat China und ihren Job als Regionaldirektorin für Kommunikation beim Autobauer Ford geliebt. Doch dann bescherte ihr die schwere Luftverschmutzung mehrere Aufenthalte im Krankenhaus. Schließlich gab ein Lungenfacharzt es ihr sogar schriftlich: Mit Rücksicht auf ihre Gesundheit sei es das Beste, das Land zu verlassen.

Small ist kein Einzelfall. Immer mehr ausländische Spitzenkräfte, die sich von einem Aufenthalt in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt mit den meisten Konsumenten überhaupt einen Schub für ihre Karriere erhofft haben, sind ebenfalls auf dem Sprung. Der Grund: der unerträgliche und gesundheitsgefährdende Smog.

Offizielle Zahlen gibt es nicht. Aber Headhunter berichten, dass es immer schwieriger werde, Spitzenkräfte in das Land zu locken. Das gelte sowohl für Ausländer als auch für Chinesen, die im Ausland ausgebildet wurden. Die Europäische Handelskammer in China erklärt, dass ausländische Manager aus vielen verschiedenen Gründen das Land verlassen. Aber die Luftverschmutzung werde beinahe immer mitangeführt.

Sollte nicht bald Abhilfe geschaffen werden, müssen die Firmen entweder deutlich mehr Gehalt für ausländische Manager in China investieren oder auf weniger qualifiziertes Personal zurückgreifen. Und sollte es nicht gelingen, die größten Talente für bestimmte Schlüsselfunktionen zu gewinnen, könnte das wiederum die wirtschaftliche Entwicklung Chinas entscheidend gefährden.

Zum Smog gesellen sich noch andere Gründe, die ausländische Firmen an China immer wieder kritisieren. Sie reichen von der sich abkühlenden Wirtschaft über die Zensur im Internet und den eingeschränkten Zugang zum Markt bis hin zu Urheberrechtsverletzungen oder dem Diebstahl geistigen Eigentums.

Das rasante Wirtschaftswachstum in den vergangenen drei Jahrzehnten hat Hunderte von Millionen Chinesen aus der Armut geholt. Es führte aber auch dazu, dass die Umwelt schwer gelitten hat. Der Boom der Schwerindustrie, die sich ausbreitenden Infrastrukturen für die Stromversorgung und der massive Anstieg der Kraftfahrzeuge als Symbol des neuen Wohlstands - all das hat zu einer massiven Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden geführt. Im Volk wächst die Kritik an der herrschenden Kommunistischen Partei.

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„Vorher hatte ich nie Asthma in meinem Leben“

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  • Ich würde jeden Manager der zurückkommt sofort entlassen,ohne Abfindung.Denn für die Bonis dieser Herrschaften müßen Arbeiter ihr Leben riskieren.Nach deren Gesundheit fragt keiner

  • Was alle gerne vergessen, ist, das es in China 1 Milliarde Chinesen gibt.

    Vor 15 Jahren waren davon noch 95% dumm wie Brot.

    Jetzt sind es noch 80%. Man sollte gar nicht glauben, wieviel Dreck 800 Millionen Chinesen machen können, die noch nie was von Umweltschutz gehört haben.

    Die korrupte Partei und Bürokratie hilft dabei nicht wirklich...

  • Die Chinesen sollen in ihrem Dreck ähhh Smog sprichwörtlich untergehen. Sie können auch ganze Spielzeugindustrien chemisch vergiften und damit Kindern ein ganzes Leben innere Schäden zuführen!!!

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