Gewerkschaft
IG Metall fordert neue Regeln für Managergehälter

Seit 2006 müssen Unternehmen in Deutschland die Gehälter ihrer Vorstände individuell veröffentlichen. Mit der Ankündigung eines neuen Rekordgehalts für VW-Chef Winterkorn werden die Rufe nach neuen Begrenzungen laut.
  • 5

BerlinIn der Debatte um das Gehalt von VW-Chef Martin Winterkorn hat sich der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber für eine generelle Neuregelung von Managergehältern ausgesprochen. „Wir sollten Grenzen für die Vorstandsvergütung setzen“, sagte der Gewerkschaftschef der „Berliner Zeitung“ (Wochenendausgabe). Entweder sollten die Zielvorgaben, die das Management erreichen müsse, erhöht werden, oder die Gehälter sollten begrenzt werden. Der VW-Aufsichtsrat müsse nun entscheiden, für welchen Weg er sich entscheide.

Winterkorns Vergütung von 16,6 Millionen Euro für das vergangene Jahr sei „deswegen so hoch, weil Volkswagen erfolgreicher war als irgend jemand erwartet hat“, sagte Huber. So seien die Verkaufszahlen und die Beschäftigung stark gestiegen. Konkret verweist VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh auf allein im vorigen Jahr 28.000 neu geschaffene Arbeitsplätze. „Wenn es nach uns ginge, würde der Faktor Beschäftigung für die Bemessung von Managergehälter gesetzlich verankert werden“, sagte Osterloh. Positiv bewertete der IG-Metall-Vorsitzende, dass bei der Berechnung der Vergütung nicht nur der Gewinn, sondern auch die Beschäftigung eine Rolle spiele.

Die Ankündigung des Rekordgehalts für Winterkorn hat in den vergangenen Wochen eine Debatte über eine Begrenzung von Managergehältern ausgelöst. Im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag) befand zum Beispiel Kölln-Flocken-Unternehmer Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Winterkorns Gehalt seien „sicher sehr viel Geld“, allerdings bestimmten solche Spitzenkräfte über ihr Gehalt ja nicht alleine. „Dafür gibt es Gremien, in denen Anteilseigner und auch die Gewerkschaften sitzen. Die werden wohl ihre Gründe dafür haben.“ Die Volkswagen AG strebt ausweislich ihres Geschäftsberichts an, „im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben angemessen zu vergüten, um auch für Spitzenkräfte ein attraktiver Arbeitgeber zu sein“.

Kommentare zu " Gewerkschaft: IG Metall fordert neue Regeln für Managergehälter"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Frage ist, ob man Managergehälter mit denen von Stars vergleichen kann, z.B. mit Messie, der 33 Mio. verdient. Die Antwort auf diese Fragen ist vergleichswqeise einfach beantwortet: Messie hat die Verantwortung für eine Ball, Topmanager aber die Verantwortung für ihre Weltkonzerne mit hunderttausenden Beschäftigten.
    Ansonsten verdient Winterkorn so viel wie früher Claudia Schiffer. Und denken Sie `mal welche Verantwortung die hatte, jeden Tag gut auszusehen! Das war im Übrigen einer meiner Standardsprüche bei meinen (neidischen) Studenten.
    Jetzt kommt das wichtigste Argument:
    Konzernlenker sind keine Promis. Sie beglücken damit die Unterschicht weder in EXKLUSIV, noch in den entsprechenden Printmedien. Aus diesem Grund sind alle Topmanager ganz klar überbezahlt.

    Außerdem bekommen Popstars teils eine Million pro Konzert. Dafür muss Winterkorn ein ganzes Monat arbeiten. Schon blöd, dass er so schlecht singt!
    Und Miley Cyrus ist Milliardärin, da haben die Gewerkschaftsfunktionäre einfach die falsche Tochter gezeugt, sonst könnten Sie jetzt so richtig absahnen.

    Und wenn man die Milliardäre Jay-Z und Bejonce Knowles heranzieht, haben die Gewerkschafter einfach die falsche Hautfarbe. Tja, so ist das in unserer Spaßgesellschaft.
    Wenn Gewerkschaftsfunktionäre also ihren Spaß versäumt haben, ist das dem Management schlecht anzulasten.

    Wetten dass ... Gottschalk auch ganz gut dafür bezahlt wurde, dass er sich wochenlang auf eine einzige Sendung vorbereitet hat ? ?

  • "Da einzugreifen über einen Managertarifvertrag oder eine Deckelung der Managervergütung würde die Grundfeste der unternehmerischen Freiheit erschüttern"
    Wo haben wir überhaupt noch Unternehmerische Freiheit?
    Schauen Sie sich doch nur das Thema Frauenquote an!
    Ich dachte immer wir hätten das Leistungsprinzip?!
    Der Staat soll Rahmenbedingungen setzen. Mehr aber auch nicht!

  • Selbst wenn die (sich ja schon heute benachteilligt fühlende) Manager gar kein Geld bekommen würden, hätten die Lohnempfänger nichts davon. Auch diese Einsparungen würde zu Gunsten der Profite einiger weniger ausgeschüttet werden...

    Es ginge grundsätzlich um die Frage, wofür wer welchen Teil der erwirtschafteten Einkommen bekommt. "Wohlstand für alle" heißt natürlich auch, dass das Einkommen bei allen liegen muss und nicht bei einigen wenigen, die durch (geerbte) Beteilligungen ihre Freiheit leben dürfen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%