Gläubiger und Aktionäre gehen Kögel Fahrzeugwerke vermutlich leer
Haffa steigt beim insolventen Unternehmen ein

Der Medienunternehmer Thomas Haffa steigt zusammen mit einem Logistik-Unternehmer beim insolventen Lkw-Auflieger- und Anhänger-Hersteller Kögel ein.

HB ULM. Die Trailer Holding, die zu jeweils 40 Prozent Haffa und der Münchener Beteiligungsfirma SMB (Schoeller Metternich Brennecke) gehört, werde zum 1. Juli das operative Geschäft übernehmen, das in der neu gegründeten Kögel GmbH liege, sagte Insolvenzverwalter Werner Schneider am Mittwoch in Ulm. Zuletzt hätten sich noch drei Finanzinvestoren um Kögel bemüht. Die fast leere Hülle der Kögel Fahrzeugwerke AG werde liquidiert. Für die Gläubiger und Aktionäre werde wohl nichts übrig bleiben, sagte Schneider.

Haffa war als Gründer und Vorstandschef des Rechtehändlers EM.TV bekannt geworden. Hinter SMB steht unter anderem Christoph Schoeller, dessen Familie eine Logistik-Gruppe gehört, aus der unter anderem der Obst- und Gemüsekisten-Vermieter IFCO Systems an die Börse gebracht worden war. 1997 hatte SMB den Lieferdienst Trans-o-flex übernommen und später an die Deutsche Post verkauft.

Schoeller sagte, SMB betrachte Kögel als unternehmerische Aufgabe und nicht als ein reines Finanzinvestment. SMB hatte im vergangenen Jahr bereits den Einstieg von Kögel beim französischen Kühlfahrzeug-Bauer Chereau finanziert und sich mit 19 Prozent an der AG beteiligt. Trailer übernimmt mit der Transaktion zugleich 100 Prozent an Chereau. Geschäftsführer von Kögel bleibt der bisherige Vorstandschef Klemens Große-Vehne.

„Der Verkauf an die Trailer Holding ist die sinnvollste aller möglichen Lösungen“, sagte Schneider mit Blick auf Chereau. Die Sanierung von Kögel verläuft nach Angaben von Schneider erfolgreich. Von 400 Varianten seien nur 70 übrig geblieben, das Werk im sächsischen Werdau mit 370 Mitarbeitern sei ans dortige Management verkauft worden. Der Umzug der Verwaltung von Ulm ins bayerische Burtenbach soll im Frühjahr 2005 abgeschlossen sein. In Ulm und Burtenbach beschäftigt Kögel noch knapp 700 Menschen, 150 Stellen waren nach der Insolvenz verloren gegangen.

„Sowohl Kögel als auch Chéreau sind sehr gut aufgestellt - das gilt für Produkte wie Märkte“, sagte Christoph Schoeller von SMB. Er betonte die „interessanten Synergieeffekte“, die sich für den europäischen Markt ergäben: So der vertraglich bereits geregelte Vertrieb eines Kühlsattelaufliegers mit einem Kögel-Fahrgestell und einem Chéreau-Aufbau. „Das ist unsere strategische Vision“, sagte der Geschäftsführer der Holding, Hieronymus Graf Wolff Metternich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%