Gläubiger-Zusammenschluss GCAB legt Alternativkonzept zum Umschuldungsangebot der Regierung vor
Argentinien-Anleger fordern Nachschlag

Der größte Zusammenschluss von Argentinien-Gläubigern, das "Global Committee of Argentina Bondholders" (GCAB), hat in dieser Woche eine zweiwöchige Tour durch die USA, Europa und Asien gestartet, um in dem Tauziehen mit der argentinischen Regierung möglichst viele Anleger auf seine Seite zu ziehen.

BUENOS AIRES. Man wolle keinen Gegenvorschlag machen, sondern lediglich zeigen, dass es eine Alternative zu dem von der argentinischen Regierung vorgestellten Umschuldungsangebot gebe, erklärte Nicola Stock, Co-Präsidentin von GCAB. Argentinien habe bisher nur ein einseitiges Angebot gemacht und sein Versprechen gegenüber dem Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht gehalten, mit den Gläubigern zu verhandeln.

Der argentinische Staat hatte sich Ende 2001 zahlungsunfähig erklärt und will bis Ende des Jahres seine etwa 100 Mrd. Dollar Anleiheschulden gegenüber privaten Gläubigern umstrukturieren. Vor kurzem legte die Regierung ein neues Umschuldungsangebot vor, das einen Forderungsverzicht von 80 Prozent des Barwerts vorsieht. Gläubigervertreter lehnten das Angebot einhellig ab.

Der GCAB-Vorschlag legt andere makroökonomische Variablen zugrunde und kommt so auf einen Barwertabschlag von lediglich 50 Prozent. Zu Grunde liegt die Annahme, dass die argentinische Wirtschaft bis 2014 mit durchschnittlich 4,2 Prozent und danach mit 3,5 Prozent pro Jahr wachsen wird - im Gegensatz zu 3,5 Prozent durchschnittlichem Wachstum im Modell der argentinischen Regierung. Statt dem von Argentinien vorgesehenen Haushaltsüberschuss (vor Schuldendienst) von jährlich 2,6 Prozent hält GCAB einen Überschuss von 3,3 Prozent für realistisch. Auch die Inflation setzt GCAB deutlich höher an als die argentinischen Regierung. So kommt GCAB für 2030 auf ein Bruttosozialprodukt von 700 Mrd. Dollar - im Vergleich zu 420 Mrd. Dollar in der argentinischen Kalkulation.

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