Glenn Lowry hat das MoMA wieder eröffnet
Der Herr der Bilder

Glenn Lowry strahlt dieser Tage wie selten. Nach vierjähriger Bauzeit wurde das Museum of Modern Art (MoMA) in New York am Samstag der Öffentlichkeit übergeben. Und es ist zu einem großen Teil seinem Direktor zu verdanken, dass 720 Millionen Dollar an Spenden für den 858 Millionen teuren Um- und Neubau des Architekten Yoshio Taniguchi zusammenkamen.

HB NEW YORK. Wer ihm zum ersten Mal begegnet, hält ihn eher für einen routinierten Banker oder Diplomaten denn für einen Museumsmann. Perfekt sitzender Anzug, korrektes Auftreten, stets ein unverbindliches Lächeln auf den Lippen. Der 50-Jährige will es allen recht machen. Allenfalls seine Vorliebe für rote Socken verweisen ihn in die Extravaganz. Klar ist, dass er das Museum mit seinen 650 Mitarbeitern als Konzern betrachtet. Kritiker bezeichneten seine extreme Orientierung am Big Buisness einmal als „MacMoMA“. Tatsächlich pflegt „der Herr der Bilder“ („New York Times“) einen pragmatischen Führungsstil.

Doch wenn Glenn Lowry anfängt, über Kunst zu sprechen, wird er fast euphorisch. Da bricht er eine Lanze für die zeitgenössische Kunst, der er zwei große Galerien im neuen Haus eingerichtet hat. Er sieht sie in einer Linie mit der Moderne: „Wer einen Strich zieht und sagt, alles vor diesem Datum ist modern, alles danach zeitgenössisch, der hat in 20 Jahren ein Problem. Für uns entwickelt sich moderne Kunst ständig weiter.“

Zehn Jahre ist Lowry jetzt schon Chef des MoMA. Als er antrat, war er gerade mal 40 Jahre alt, hatte seinen Doktor in Kunstgeschichte in Harvard absolviert und Erfahrungen als Direktor der kanadischen Art Gallery in Toronto gesammelt. Dann kam der Ruf nach New York. Hier ist er geboren, hier lebt seine Familie. Privates indes hält Lowry unter Verschluss. Er ist verheiratet, hat drei Kinder. Aber Fragen danach beantwortet er allenfalls mit seinem unverbindlichen Lächeln.

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