Globale Kooperation
Kooperationen lassen den Umsatz wachsen

"Wir schaffen das allein" - diese Überzeugung wird vielen Familienunternehmern nachgesagt, vor allem den alten Patriarchen, die sich nicht in die Karten gucken lassen wollen und lieber nur dem eigenen Kopf vertrauen.

HB DÜSSELDORF. Doch die neue Generation im Mittelstand hat das Management in vielen Firmen modernisiert und damit auch die Bereitschaft zu Kooperationen erhöht: Diese sei in den vergangenen Jahren merklich gestiegen, vor allem durch den Druck der Globalisierung und der technischen Entwicklung, heißt es im Mittelstandspanel 2005 des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).

Mehr als 60 Prozent der im Herbst vorigen Jahres vom BDI befragten 1 350 Firmen arbeitet mit anderen Unternehmen zusammen, hauptsächlich in der Produktion und im Vertrieb. Je größer die Unternehmen, desto eher werden für Partnerschaften auch Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Das mit Abstand wichtigste Motiv für die Zusammenarbeit ist der Zugang zu neuen Märkten und neuen Technologien, zeigte die Untersuchung. Mehr als drei Viertel der Befragten sehen sich durch ihre wichtigsten Kooperationen nicht nur gestärkt - sie bezeichnen diese auch als Motor für die Steigerung von Umsatz und Ertrag.

Experten wie Werner Krämer, Professor an der Fachhoschule Ludwigshafen, sehen in der Globalisierung einen der Hauptgründe für die zunehmende Kooperationsbereitschaft im Mittelstand: Die Firmen könnten Märkte gemeinsam erschließen, zudem sei es eine Gegenreaktion zu der Konzentration unter den Großunternehmen. Durch internationale Kooperationen würden Arbeitsplätze in deutschen Unternehmen gesichert, unterstreicht Krämer. Gestärkt wird die Kooperationsbereitschaft auch durch Fortschrtitte in der Informationstechnologie, die weltweite Partnerschaft überhaupt ermöglichen.

Größtes Risiko bei Kooperationen ist aus Sicht Krämers die Wahl eines falschen Partners - dies gilt für Großkonzerne ebenso wie für Mittelständler. Denn der Erfolg von Partnerschaften hängt stark davon ab, wie stark das Vertrauen zwischen den Beteiligten ist. "Das Wissen in Kooperationen wird oft durch persönliche Kontakte und informell verinnerlicht, also in der Regel nicht schriftlich dokumentiert", sagt Krämer. Das Beispiel Freudenberg-NOK zeigt, dass ein starkes Vertrauenverhältnis oft jahrelanger Arbeit bedarf.

Mehrere empirische Untersuchungen haben unterstrichen, dass Kooperationen immer dann erfolgreich sind, wenn die Partner unterschiedliche Stärken haben, die sich gut kombinieren lassen. Zudem sollten die Unternehmen von der Größe und von der Kultur her zusammenpassen. Letztere ist gerade bei Familienunternehmen oft sehr speziell. "Als Kooperationspartnern werden daher gerne Unternehmen gewählt, auch Familienunternehmen sind", beschreibt Torsten Groth, vom Institut für Familienunternehmen an der Uni Witten/Herdecke.

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