GmbH müsste Eigentümerin sein
Auch Porsche darf gepfändet werden

Wer eine Ein-Mann-GmbH gründet, nimmt sozusagen zwei Identitäten an: Der Mensch ist eine natürliche, die Gesellschaft eine juristische Person.

Hb/lg KARLSRUHE. Dass der überschuldete Mensch - indem er sein juristisches Alter Ego vorschiebt - damit sein Hab und Gut leichter vor den Gläubigern in Sicherheit bringen kann, ist allerdings nicht gesagt. Ein ehemaliger Alleingesellschafter musste, so entschied jetzt der Bundesgerichtshof (BGH), seinen Porsche rausrücken - obwohl eigentlich die GmbH im Fahrzeugbrief stand.

Der Mann, Geschäftsführer einer Wohnungsbau-GmbH, hatte das Firmenauto von Anfang an selbst genutzt. Schließlich geriet er in Schwierigkeiten: Als Geschäftsführer wurde er abberufen, eine Bank machte gegen ihn persönlich millionenschwere Forderungen geltend, am Ende wurde er sogar verhaftet. Der Porsche wurde gepfändet.

Zu Recht, befand der BGH. Denn das Auto gehörte zumindest dem Anschein nach - trotz anders lautendem Fahrzeugbrief - nicht etwa der GmbH, sondern dem Ex-Geschäftsführer selbst, der den Wagen nach seinem Ausscheiden weiter privat genutzt hatte. Dieser Anschein hat rechtliche Konsequenzen: Der Autobesitzer kann sich nur dann gegen die Pfändung wehren, wenn er nachweist, dass in Wahrheit die GmbH Eigentümerin des Fahrzeugs ist - was ihm in diesem Fall nicht gelungen ist. Der BGH sieht diese Risikoverteilung als gerechtfertigt an: Sonst könnte der Alleingesellschafter leicht seinen Gläubigern haftendes Vermögen entziehen.

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