Göttinger Gruppe
Anleger müssen ihr Geld wohl abschreiben

Die Anlagen der Göttinger Gruppe sind vermutlich vollständig verloren - betroffen sind rund 250 000 Anleger. Mitte Juli wurde der Mitbegründer des Konzerns, Erwin Zacharias, in den Niederlanden verhaftet. Er war wegen Steuerhinterziehung international gesucht worden.

HB BERLIN. Der Insolvenzverwalter für den Finanzkonzern Göttinger Gruppe sieht kaum Chancen für Anleger, wieder an ihr Geld heranzukommen. Er gehe davon aus, "dass die gesamten Anlagen der Göttinger Gruppe in Höhe von gut einer Milliarde Euro vollständig verloren sind", teilte der Rechtsanwalt Rolf Rattunde in Berlin mit. Dort hatte vor dem Amtsgericht Charlottenburg zuvor die erste Gläubigerversammlung stattgefunden. Von der Pleite sind wahrscheinlich mehr als 250 000 Anleger betroffen.

Das Gericht hatte im Juni das Insolvenzverfahren gegen die Finanzholding der Göttinger Gruppe und zwei andere Gesellschaften des Konzerns mit Sitz in Berlin eröffnet. An der Gläubigerversammlung für die Holding am Donnerstag nahmen laut Rattunde 44 Personen teil, die Forderungen von rund 70 Mill. Euro und einige tausend Investoren vertreten hätten. Der Insolvenzverwalter wies darauf hin, dass die Anleger auch noch mit Steuernachforderungen rechnen müssten. Das Steuersparmodell der Göttinger Gruppe habe vor allem auf stillen Einlagen basiert. In der Vergangenheit hätten Anleger so Verluste abschreiben können, jetzt aber sei es den Finanzämtern möglich, Steuerersparnisse zurückzufordern. In Verhandlungen mit dem zuständigen Finanzamt Göttingen bemühe er sich, "zusätzliche Schäden für die Anleger nach Möglichkeit zu mildern".

Die Göttinger Gruppe hatte in den vergangenen Jahren im großen Stil sogenannte atypische stille Beteiligungen als Altersvorsorge angeboten. Den Anlegern brachte ihr Engagement allerdings häufig nur Verluste.

Der Mitbegründer des Konzerns, Erwin Zacharias, wurde Mitte Juli in den Niederlanden verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert. Gegen eine Kaution in sechsstelliger Höhe wurde Zacharias inzwischen aus der Haftanstalt Göttingen entlassen, wie ein Justizsprecher sagte. Der frühere Vorstandsvorsitzende der Securenta AG war wegen Steuerhinterziehung international gesucht worden. Die Securenta AG ist die Hauptgesellschaft des Konzerns.

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