„Gordi hatte einen Hang zum Geiz“
Der Wohltäter

Gordon Moore war selbst am meisten überrascht. „Damit haben meine Frau und ich nun wirklich nicht gerechnet“, sagte der 76-jährige Intel-Mitbegründer, als er unlängst die Liste mit den 50 spendierfreudigsten Philanthropen Amerikas auf den Tisch bekam.

LOS ANGELES. Zusammen mit Ehefrau Betty stand der gelernte Chemiker aus Kalifornien ganz oben auf dem Treppchen. Sieben Milliarden Dollar hatten Gordon und Betty Moore zwischen 2001 und 2005 für wohltätige Zwecke gegeben und damit erstmals seit sehr langer Zeit sogar den reichsten Mann der USA, Bill Gates, auf den zweiten Platz verwiesen (5,4 Milliarden). Dessen Stiftung ist zwar größer, doch nur ihre Erträge fließen in die Arbeit.

Moore ist sehr, sehr stolz auf gesellschaftliche und soziale Arbeit. Die Gordon and Betty Moore Foundation unterstützt in erster Linie Umweltschutz-, Forschungs- und Bildungsprojekte. „Es ist schön und gut, viel Geld zu verdienen“, sagt der Gönner, „aber es ist großartig, wenn du deinen Einfluss nutzen kannst, um anderen Menschen in der Not zu helfen.“

Gordon Moore muss schmunzeln, wenn er darüber nachdenkt, wie er zu dieser Ehre gekommen ist. „Angefangen hat alles mit einem Chemiebaukasten“, erinnert sich der knuffig wirkende Multimilliardär.

Moore war elf Jahre alt, als ihn ein Nachbarjunge im kalifornischen Pescadero, jenem kleinen Fischerörtchen am Pazifischen Ozean, in dem er als Sohn des Dorfpolizisten aufwuchs, zum Mischen von Chemikalien einlud.

Die Liebe für die Chemie wuchs mit dem Basteln von kleinen Nitroglitzerin-Krachern und anderen exotischen Feuerwerkskörpern, die Klein Gordi mehr als nur einmal mit dem Gesetz und „fast noch schlimmer“ mit dem Vater in Konflikt brachten. „Anstatt Kühe zu melken, mischte ich Chemiesuppen zusammen“, berichtet Moore heute mit seinem so bekannten schelmischen Lächeln auf den Lippen. Die Chemie war es dann auch, die Moore in die Universität trieb, zunächst nach San Jose und später zur Elite-Schmiede Berkeley. In den Semesterferien arbeitete der begeisterte American-Football-Fan in einer Zementfabrik.

„Ich konnte schon immer gut mit Geld umgehen“, sagt Moore – und die Zementfabrik zahlte gut. So gut, dass Moore seine Freundin Betty an den Wochenenden immer nett zum Essen ausführen konnte. „Viele meiner Kommilitonen waren immer ein bisschen neidisch, weil ich stets 20 Dollar in der Tasche hatte.“

Seite 1:

Der Wohltäter

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%