Gowers ist zurückgetreten
Chefredakteur der FT geht im Streit

Andrew Gowers ist von seinem Posten als Chefredakteur der „Financial Times“ zurückgetreten. Dem Pearson-Verlag zufolge soll es „strategische Differenzen“ mit dem Unternehmen gegeben haben.

HB LONDON. Eine Sprecherin der Zeitung lehnte am Donnerstag in London einen Kommentar zu dem Disput ab, der zu Gowers Abgang führte. Als Nachfolger wurde Lionel Barber berufen. Der 50-Jährige war unter anderem Chefredakteur der europäischen Ausgabe. Zuletzt arbeitete er bei der „Financial Times“ in den USA als Chef vom Dienst.

Der 48-jährige Gowers hatte seit 1983 für die „Financial Times“ gearbeitet. Im Jahr 2001 wurde er Chefredakteur, nachdem er die deutsche Ausgabe auf den Markt gebracht hatte. Doch während die „Financial Times Deutschland“ stetig Zuwachsraten erzielte, ging es mit den internationalen Ausgaben bergab. Nach Angaben von Person sank die weltweite Auflage der Tageszeitung von knapp 480 000 im Dezember 2001 auf rund 425 000 im Juni dieses Jahres. Hinzu kamen finanzielle Verluste durch den einbrechenden Anzeigenmarkt. In diesem Jahr werde die „FT“-Gruppe aber wieder ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen, hatte Pearson kürzlich erklärt.

Das Blatt konzentrierte sich zuletzt auf das Wachstum der Auflage in den USA, Kontinentaleuropa und Asien, verlor jedoch in seinem Heimatmarkt Großbritannien. Der Verlag sah sich immer wieder mit Forderungen konfrontiert, das Blatt zu verkaufen. Pearson-Chefin Marjorie Scardino hatte dies mit den Worten abgelehnt: „Nur über meine Leiche.“

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