Grieche leitet künftig Europas größten Backkonzern
Barilla tauscht Kamps-Chef aus

Mit dem Wechsel des Vorstandschefs hat der Nudelhersteller Barilla binnen weniger Monate drei von vier Vorständen bei seinem Tochterunternehmen Kamps ersetzt. Der 48-jährige Nicos Sophocleous nimmt den Platz des bisherigen Kamps-Chefs Michael Kern ein, der nach Angaben des Unternehmens einvernehmlich ausschied.

HB DÜSSELDORF. Der gebürtige Grieche Sophocleous arbeitet bereits seit vielen Jahren für Unternehmen des Nudelherstellers Barilla. Zuletzt war er für die italienische Gruppe in den USA tätig.

Auch Vorstandsmitglied Werner Herterich scheidet aus den Führungsgremium aus. Sein Nachfolger und zugleich der stellvertretende Vorstandschef wird zum 1. Oktober 2004 Stefan Blaschak. Er ist derzeit noch im Vorstand beim Käsehersteller Hochland im Allgäu (Almette, Valbrie, Patros). Erst im April hatte Finanzchef Matthias Zachert Kamps verlassen. Sein Nachfolger ist seit wenigen Wochen der 53-jährige Gerd Meyer. Als vierter Mann bleibt der Barilla-Vertraute Vittorio Ogliengo in der Kamps-Chefetage.

Vorstandschef Kern war Nachfolger von Firmengründer Heiner Kamps, der 2002 seine Kamps-Aktien an den italienischen Nudelhersteller Barilla verkaufte und wenige Monate später als Vorstandsvorsitzender abtrat. Unter der Führung von Kern wurde der Konzernverlust deutlich von rund 127 Millionen Euro im Jahr 2002 auf 33,3 Millionen Euro im Jahr 2003 verringert. In seiner bisher 17-monatigen Amtszeit als Kamps-Chef trieb er außerdem den Schuldenabbau und die Integration von zugekauften Firmen voran. Für die Brotmarken „Lieken Urkorn“ und „Golden Toast“ startete er eine Werbekampagne mit Millionenaufwand.

Der Kamps-Konzern will nach drei Verlustjahren 2005 wieder schwarze Zahlen schreiben. Das Unternehmen erzielte 2003 mit gut 13 000 Mitarbeitern 1,68 Milliarden Euro Umsatz. In Deutschland erzielt Kamps vier Fünftel seines Umsatzes mit abgepacktem Brot für den Einzelhandel. Mehr als jedes dritte industriell hergestellte Brot kommt hier zu Lande vom Düsseldorfer Großbäcker. Die rund 1000 Kamps-Shops stehen dagegen nur für ein Fünftel des Konzernumsatzes in Deutschland. Der Konzern will in vielen deutschen Supermärkten kleine Backstationen zum Fertigbacken von Brötchen aufstellen.

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