Großbritannien

Firmenbosse erhalten deutlich weniger Geld

Die Chefs britischer Unternehmen erhielten im vergangenen Jahr laut einer Studie weniger Gehalt als zuvor. Trotzdem ist der Unterschied zu den normalen Arbeitern enorm. Und auch weibliche Bosse erhalten deutlich weniger.
Kommentieren
Die Gehälter britischer Chefs wurden gekürzt. Quelle: dpa
Britische Pfund

Die Gehälter britischer Chefs wurden gekürzt.

(Foto: dpa)

LondonBritische Firmenbosse haben einer Studie zufolge angesichts des zunehmenden Drucks von Investoren und aus der Politik einen deutlichen Gehaltsrückgang hinnehmen müssen. Die Vergütung der Chefs der 100 größten börsennotierten Unternehmen sank 2016 um 13 Prozent, wie eine Untersuchung der Arbeitsmarktspezialisten des Chartered Institute of Personnel and Development und des High Pay Centre ergab, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Im Schnitt erhielten sie 3,45 Millionen Pfund (3,85 Millionen Euro), kaum mehr als 2010.

Allerdings hätten Frauen an der Spitze von Firmen weiterhin gerade einmal die Hälfte ihrer männlichen Kollegen bekommen, und nach wie vor sei die Vergütung der Bosse mehr als 100 Mal so hoch wie das durchschnittliche Gehalt eines Arbeiters, so die Forscher. Bei Investoren kam der jüngste Rückgang der Gehälter gut an.

Diese Chefs sind Europas Top-Verdiener
Platz 10: Paul Bulcke
1 von 10

Der langjährige Chef des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns Nestlé verabschiedete sich im Herbst vergangenen Jahres von dem Posten und rückte in den Verwaltungsrat. Seine CEO-Vergütung stieg 2016 auf 8,8 Millionen Euro.

Quelle: hkp-Analyse „Executive and Non-Executive Director Compensation in Europe 2016“

Platz 9: Ben van Beurden
2 von 10

In der Ölbranche wird gut verdient, das beweist der CEO des niederländisch-britischen Konzerns Royal Dutch Shell. Der Niederländer verdiente im vorigen Jahr 8,8 Millionen Euro - wurde aber von einem Konkurrenten übertroffen.

Platz 8: Bob Dudley
3 von 10

Der Amerikaner steht seit Juni 2010 an der Spitze des britischen Ölkonzerns BP. 2016 betrug seine Vergütung 8,9 Millionen Euro.

Platz 7: Jean-Paul Agon
4 von 10

Der Franzose führt seit mittlerweile elf Jahren den französischen Kosmetikhersteller L'Oréal. Im vergangenen Jahr erreichte seine Vergütung 9,1 Millionen Euro.

Platz 6: Andrew Witty
5 von 10

In der Pharmabranche werden ingesamt hohe Gehälter gezahlt. Auf rund 9,5 Millionen Euro kam 2016 der Chef des britischen Glaxo-Smithkline-Konzerns, dem führenden Impfstoffhersteller der Welt.

Platz 5: Nicandro Durante
6 von 10

Der gebürtige Brasilianer ist der bestverdienende britische CEO. Er führt seit 2011 den Tabakkonzern BAT mit bekannten Marken wie Lucky Strike und erreichte 2016 eine Vergütung von 9,6 Millionen Euro.

Platz 4: Joseph Jimenez
7 von 10

Für den Schweizer Pharmakonzern Novartis war 2016 kein glänzendes Geschäftsjahr, denn Umsatz und Nettogewinn gingen zurück. Der CEO kam dennoch auf ein stattliches Einkommen von 10 Millionen Euro.

Dennoch seien weitere Anstrengungen nötig, sagte Luke Hildyard vom Verband der Pensionskassen. „Viele Firmen hören nicht auf das, was ihnen die Aktionäre zu dem Thema sagen, und die überwiegende Mehrheit der Pensionsfonds-Manager ist der Meinung, dass die Kluft zwischen den Einkommen von Spitzenmanagern und Arbeitern zu groß ist.“

  • rtr
Startseite

0 Kommentare zu "Großbritannien: Firmenbosse erhalten deutlich weniger Geld"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%