Großverlag zeigt Interesse: Generation Golf schaltet einen Gang höher

Großverlag zeigt Interesse
Generation Golf schaltet einen Gang höher

Wer Florian Illies das erste Mal trifft, könnte enttäuscht sein. Von einem, der dank eines bestens verkauften Buches seiner ganzen Generation ein Etikett aufklebte, erwartet man mehr Show. Mehr Sich-selbst-Verkaufen.

DÜSSELDORF. Illies aber spricht ruhig, fast besänftigend. Wie ein scheuer Intellektueller wirkt er mit seiner dünnrandigen Brille und den etwas tapsigen Handbewegungen.

Unterschätzen sollte man ihn deshalb aber auch nicht. Denn ihm scheint nun zu gelingen, was ihm viele nicht zugetraut haben: ein eigenständiges Kunstmagazin nicht nur zu gründen, sondern auch am Leben zu erhalten.

Im März 2004 erschien die erste Ausgabe von „Monopol“, einem „Magazin für Kunst und Leben“, gegründet von ihm und seiner Frau Amélie von Heydebreck. Nun steht das Blatt vor einem kräftigen Schub: Der Schweizer Großverlag Ringier hat beim Bundeskartellamt die Übernahme „wesentlicher Vermögensteile“ von „Monopol“ angemeldet. Ringier bestätigte: „Wir prüfen eine Übernahme.“

Alexander von Oheimb, Geschäftsführer von Illies’ Juno-Verlag, will die Meldung nicht kommentieren. Schon einmal schließlich scheiterte kürzlich die Beteiligung eines Großen an Juno: Die Mitarbeiter-Gesellschafter des Spiegel-Verlags verhinderten den Einstieg der Hamburger im letzten Moment.

Doch Ringier – das klingt logisch. In Deutschland ist der Konzern, der beraten wird von Ex-Kanzler Gerhard Schröder, bisher nur mit dem Polit-Debattier-Magazin „Cicero“ vertreten. Dem Mediendienst „Kress Report“ sagte Verleger Michael Ringier im Dezember 2005: „Wenn irgendwas Schönes in Deutschland oder Frankreich zu haben wäre, dann würde uns das natürlich interessieren.“

Wieder wird so mancher in der deutschen Medienszene Illies und von Heydebreck diesen Erfolg neiden. So wie schon beim Start von „Monopol“. Da brodelte die Gerüchteküche ob der ominösen fünf Investoren, die das Anfangskapital gaben. Wer das war, ist bis heute nicht bekannt. Hartnäckig aber wird Illies’ Schwiegervater ins Spiel gebracht, Deutsche-Bank-Vorstand Tessen von Heydebreck.

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