Growth Excellence Award
Bei Aker Kvaerner läuft es wie geschmiert

Wie unterscheiden sich Unternehmen in ihrem Wachstum – und was zeichnet die Erfolgreichen besonders aus? Die Studie zum „Growth Excellence Award“ vom Handelsblatt und A.T. Kearnsey nahm die Besten und Schlechtesten unter die Lupe und kürten in verschiedenen Rubriken die Sieger. Einer davon sind die Norweger von Aker Kvaerner.

STOCKHOLM. Noch vor ein paar Jahren stand der Konzern am Rande des Ruins: Der Mischkonzern Kvaerner, einst Flaggschiff der norwegischen Wirtschaft, hatte sich hochverschuldet und konnte nur durch den Einstieg des in seinem Heimatland damals umstrittenen Unternehmers Kjell Inge Røkke gerettet werden. Die Zeiten haben sich geändert – und wie: Heute steht der in Aker Kvaerner umbenannte Anlagenbauer besser da denn je. Grund genug, ihn beim Wettbewerb von Handelsblatt und A.T. Kearney als „Value Grower of the Year 2007“ auszuzeichnen.

Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren beeindruckendes Wachstum sowohl bei Umsatz und Gewinn als auch bei der Marktkapitalisierung hingelegt. Aker Kvaerner ist einer der größten Hersteller und Ausrüster von Öl- und Gas-Plattformen und übernimmt deren Wartung und den Service im Auftrag von Energiekonzernen.

Die Konzentration auf die Öl- und Gasbranche hat sich gelohnt. Zwar ist Aker Kvaerner auch im Petrochemie- und Metallbereich tätig. Doch 75 bis 80 Prozent des Konzernumsatzes von rund 50 Mrd. Kronen werden in der Energiebranche gemacht. Die früher noch große Zellstoff- und Papier- sparte wurde im vergangenen Jahr nach Finnland verkauft.

Aker-Kvaerner-Chef Martinus Brandal setzt weiter auf Wachstum, vor allem in der Technik für die Tiefseeförderung von Öl und Gas sieht er Potenzial, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die wachsende Nachfrage nach Öl und Gas und der damit verbundene Preisschub machten dieses Geschäft lukrativ.

Deshalb werde sein Unternehmen weiteres Know-how zukaufen. „Akquisitionen sind ein wesentlicher Teil unseres Wachstums“, erläutert der Aker-Kvaerner-Chef. Das war nicht immer so: Lange Zeit ist der Konzern vor allem organisch gewachsen. Doch seit Brandal die Führung im Juli 2006 übernahm, hat sich der Fokus verändert. „Wir haben in diesem Jahr bereits in den Bereichen Technologie, Subsea und Bohrtechnik zugekauft“, sagte Brandal. Er rechnet mit einer weiteren Konsolidierung der Branche. „Daran werden wir uns aktiv beteiligen.“

Für die Wachstumsmaschine Aker Kvaerner mit ihren rund 22 000 Mitarbeitern läuft es derzeit wie geschmiert. Im dritten Quartal 2007 legte der Vorsteuergewinn um 55 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Die Subsea-Sparte, die mit zweistelligen Gewinnmargen glänzt, soll laut Brandal Vorbild für andere Geschäftsbereiche sein. Sein Ziel sei es, dass auch die wichtige Sparte Bohrausrüstung künftig „zweistellige“ Gewinnmargen aufweist.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent
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