Gründe fürs Scheitern
Wenn der Nachfolger scheitert

Der neue Inhaber kommt mit der gelebten Unternehmenskultur nicht zurecht. Oder er kann die Rolle des Alt-Unternehmers nicht ausfüllen, die Mitarbeiter akzeptieren ihn nicht. Es gibt viele Gründe für das Scheitern der Unternehmensübergabe und Unternehmensfortführung. Das sind die häufigsten.

CREDITREFORM. Organisatorische Gründe: Übereilte, mangelhafte Nachfolgeplanung, eine einmal getroffene Nachfolgeregelung wurde neuen Verhältnissen nicht angepasst. Das Unternehmen selbst - Gegebenheiten, Bestandssicherung, Arbeitsplätze - fand in der Planung zu wenig Berücksichtigung, personelle oder vermögenswirksame Interessen dominierten. Neuer Inhaber kommt mit vorhandenen Strukturen und Abläufen (gelebte Unternehmenskultur) nicht zurecht, kann ineffiziente Organisationsabläufe nicht beseitigen.

Rechtliche Gründe: Im Übernahmevertrag sind rechtliche, steuerliche, betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte zu einseitig ausgelegt - zu stark auf Alt- oder Neu-Unternehmer fixiert, Interessenslage einer Partei überwiegt. Durch falsche Nachfolgegestaltung sind die Steuerlasten zu hoch, wirkt die Haftung für die vom früheren Firmeninhaber zu zahlenden, betrieblichen Steuern wie Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Kfz-Steuer für betrieblich genutzte Fahrzeuge. Außerordentliche Belastungen durch Erbstreitigkeiten oder rechtliche Auseinandersetzungen zwischen Alt- und Neu-Unternehmer.

Wirtschaftliche Gründe: Falsche Übergabestrategie, Firmeninhaber und Nachfolger haben unterschiedliche Vorstellungen von der Unternehmensführung und künftigen Unternehmenspolitik. Der übernommene Betrieb bietet keine wirtschaftlich tragfähige Existenz, durch Marktveränderungen oder Maschinenpark, Produkt-, Leistungspalette sind zu veraltet. Keine ausreichende Finanzierung für notwendige Investitionen. Mit der Weiterführung des Unternehmens ist der Nachfolger überfordert.

Emotionale Gründe: Neu-Unternehmer kann die Rolle des Alt-Unternehmers (Leitfigur) nicht ausfüllen - fehlende Akzeptanz bei Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten. Der Alt-Unternehmer kann nicht loslassen, mischt ungefragt in der Unternehmensführung und im Tagesgeschäft mit, stellt Autorität des neuen Firmeninhabers in Frage. Der ehemalige Angestellte und neue Firmeninhaber kann seinem Ex-Chef nicht gleichberechtigt oder übergeordnet entgegentreten. Nach Meinung der Familie des früheren Firmeninhabers passt der familienfremde Nachfolger nicht ins Unternehmen.

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