Gründer bleibt aber Vorstandschef
Die „große Larry-Show" wird etwas kleiner

Oracle-Chef Edward Ellison hat aus der anhaltenden Kritik an einer Machtkonzentration in seinen Händen Konsequenzen gezogen und seinen Posten als Aufsichtsratschef des Softwareherstellers zur Verfügung gestellt. Doch Analysten wollen den Schritt nicht überbewerten.

HB HAMBURG/REDWOOD CITY. Der jetzige Finanzvorstand des weltweit zweitgrößten Herstellers von Unternehmenssoftware, Jeff Henley, werde den Verantwortungsbereich übernehmen, teilte das Unternehmen am Montag (Ortszeit) im kalifornischen Redwood City mit. Allerdings will Ellison Vorstandschef in dem von ihm gegründeten Unternehmen bleiben.

Investoren hatten in der Vergangenheit immer wieder die Machtkonzentration in seinen Händen kritisiert. Die neue Struktur gilt ab sofort. Bis ein Nachfolger gefunden sei, werde Henley die Geschäfte des Finanzvorstands weiterführen, hieß es. Die neue Struktur verteilt die Führung auf die beiden Manager Safra Catz und Chuck Philips als neue Co-Präsidenten sowie auf Henley. Alle drei gelten gegenüber Ellison als äußerst loyal.

Eine deutliche Veränderung in der Unternehmensführung wird damit nach Meinung von Investoren und Branchenkennern nicht erreicht. „Es ist noch immer eine große Larry-Show“, sagte Michael Sansoterra, Software-Analyst bei Principal Global Investors in Des Moines (US- Bundesstaat Iowa). Ohne die Berufung eines unabhängigen Direktors oder Chairmans sei das jüngste Stühlerücken ohnehin nur ein neues Mischen von Titeln ohne große Auswirkung auf die Unternehmenspolitik, schätzt Charles Elson, Direktor des Weinberg Centers für Unternehmensführung an der Universität von Delaware.

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