Grundlegende Urteil ist noch nicht rechtskräftig
Berufsunfähigkeit: Versicherter muss Einkommensverlust hinnehmen

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung darf einem Versicherten auch dann Leistungen verweigern, wenn eine neue Tätigkeit mit einem geringeren Einkommen verbunden ist. Das geht aus einem in der Zeitschrift "OLG-Report" veröffentlichten Urteil des Saarländischen Oberlandesgerichts (OLG) in Saarbrücken hervor.

HB SAARBRüCKEN. Zwar könnten erhebliche Einkommenseinbußen oder ein Ansehensverlust es für den Betroffenen unzumutbar machen, eine neue Tätigkeit anzunehmen. In jedem Fall sei aber ein Gehaltsverlust bis 13 Prozent zumutbar (Az.: 5 U 605/05-92).

Das Gericht wies mit seinem Urteil die Klage eines früheren Flugbegleiters gegen seine Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Der Kläger war nach einer Erkrankung nicht mehr in der Lage, seinen Beruf als Flugbegleiter auszuüben. Er wollte daher die Auszahlung einer privaten Berufsunfähigkeitsrente erreichen. Die Versicherung wies allerdings darauf hin, dass der Mann gelernter Altenpfleger sei und noch in diesem Beruf arbeiten könne.

Das OLG teilte diese Einschätzung. Die Richter betonten, der Kläger müsse einen Einkommensverlust von maximal 13 Prozent hinnehmen. Außerdem bestehe zwischen dem Beruf des Pflegers und des Flugbegleiters kein soziales Gefälle, so dass der Kläger keinen sozialen Abstieg erleide.

Das grundlegende Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Denn die Sache liegt noch dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe zur Entscheidung vor (Az.: IV ZR 174/06).

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