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Haftung des Discount-Brokers bei technischen Problemen

Discount-Broker müssen für entgangene Gewinne ihrer Kunden bei ...

Discount-Broker müssen für entgangene Gewinne ihrer Kunden bei technischen Störungen haften. So urteilte das OLG Nürnberg mit Urteil vom 24. 11. 2003 (Az. 8 U 36/03) in einem Fall, in dem ein Discount-Broker wegen technischer Probleme eines Systemhausvertragspartners einen Auftrag des Klägers verspätet an die Börse weiterleitete, sodass das von ihm gesetzte Limit für einen Wertpapierkauf überschritten war und somit das Geschäft ausfiel. Rechtsanwalt Peter A. Gundermann von der Kanzlei Tilp & Kälberer Rechtsanwälte erklärt: "Einer der Hauptgründe zur Beauftragung einer Onlinebank ist die zeitnahe Ausführung von Aufträgen. Ist die Bank unfähig, dies zu gewährleisten, kann sie sich zukünftig der Haftung nicht mehr entziehen." Auch ein Mitverschulden des Klägers - er hatte sich auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht zum Erwerb der Aktien bei einem ähnlich günstigen Kurs entschieden - scheidet nach Ansicht des Gerichts aus. Zur Ermittlung der von dem Discount-Broker zu ersetzenden Summe wählten die Richter den Tag, an dem der Kläger Aktien mit derselben Wertpapierkennnummer verkaufte. Fehlen konkrete Anhaltspunkte zur Bestimmung des Verkaufstermins, gilt laut Urteil des OLG der Tag der letzten mündlichen Verhandlung als Stichtag zur Ermittlung des entgangenen Gewinns.

Quelle: DER BETRIEB, 03.12.2003

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