Haim Saban plaudert viel, verrät aber wenig
Der große Charmeur aus Los Angeles

Locker, selbstbewusst und gewandt hat Haim Saban bei den Medientagen in München seinen ersten großen öffentlichen Auftritt in Deutschland absolviert. Die Erkenntnis: Der Selfmade-Milliardär plaudert viel, verrät aber wenig.

MÜNCHEN. Es besteht kein Zweifel, wer hier im Mittelpunkt steht. Fotografen, Kamerateams und Reporter drängen sich um Haim Saban, den milliardenschweren Investor aus Los Angeles und neuen Herrn von Deutschlands größtem TV-Konzern Pro Sieben Sat 1. Die übrige Prominenz, darunter Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber oder Verleger Hubert Burda, sitzt derweil einsam und etwas ratlos auf dem Podium der Eröffnungsveranstaltung der Medientage München. Eine neue Erfahrung für die Medienmanager und Politiker, die sonst selbst gerne im Rampenlicht stehen.

Locker, selbstbewusst und gewandt hat der Selfmade-Milliardär gerade seinen ersten großen öffentlichen Auftritt in Deutschland absolviert. „Vielleicht rede ich das nächste Mal auf Deutsch“, sagt der Charmeur und hält zwei Wörterbücher „Englisch-Deutsch“ und „Hebräisch-Deutsch“ in die Höhe. Und wie bei einer Oscar-Verleihung bedankt er sich zunächst: bei Bundeskanzler Gerhard Schröder, bei verschiedenen Ministern, Springer-Chef Mathias Döpfner und den Kirch-Insolvenzverwaltern. „Überall bin ich mit offenen Armen empfangen worden.“ Zuvor hatte ihn Stoiber bei einem Dinner in die Medienszene Münchens eingeführt.

Mit viel Spannung war Saban erwartet worden. Wird er sich endlich zu seinen Plänen für Pro Sieben Sat 1 äußern? Was ist mit seinen Vorstellungen zur Medienpolitik? Doch der Medienprofi mit amerikanischem und israelischem Pass hat gestern in München viel geredet, aber wenig gesagt. Natürlich attackiert er das öffentlich-rechtliche TV. Natürlich glaubt er an die Zukunft seines privaten Fernsehkonzerns und verspricht sogar weitere Investitionen in Deutschland.

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