Handelsblatt Pathfinder
Die Fähigkeit, Niederlagen wegzustecken

Wenn einer weiß, wie man Champion wird, dann ist es Wladimir Klitschko. Der Dauerweltmeister im Schwergewichtsboxen weiß vor allem: Große Siege feiert man nur, wenn man Wiederaufstehen gelernt hat.
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BerlinEs geschah im April 2004. Fünfte Runde. Wladimir Klitschko taumelt mehr durch den Ring, als dass er boxt. Sein Gegner Lamon Brewster landet einen Treffer nach dem anderen. Am Ende der Runde liegt Klitschko am Boden, technischer K.o. Der Ringrichter stützt ihn bis in seine Ecke. Mit Verdacht auf eine lebensgefährliche Gehirnblutung kommt Klitschko ins Krankenhaus.
April 2014. Fünfte Runde. Wladimir Klitschko tänzelt durch den Ring. Er landet einen Treffer nach dem anderen gegen Schwergewichtler Alex Leapai. Als „Massaker“ bezeichnen Zuschauer den Kampf zwischen dem dominierenden Dr. Steelhammer und dem chancenlosen Lionheart. Am Ende der Runde liegt Leapai auf dem Boden, technischer K.o.

Zwischen diesen beiden Kämpfen liegen zehn Jahre. Und die wichtigste Lektion in Wladimir Klitschkos Leben: Du darfst ruhig fallen, du musst aber unbedingt wieder aufstehen. „Jeder von uns ist schon mal am Boden gewesen“, sagt der 38-Jährige. Die Kunst sei es, gerade dann wieder aufzustehen und weiterzumachen. „Je tiefer man fällt, umso höher kann man steigen. Niemand wird ohne diese Erfahrung Weltmeister oder CEO.“

Und mit Klitschko erteilt diesen Rat nicht irgendwer: Seit Jahren hält er alle wesentlichen Titel seiner Box-Klasse, zusammen mit seinem Bruder Vitali haben sie mit der Klitschko Management Group ein Unternehmen aufgebaut, das in Sachen Markenführung in der Welt des deutschen Sports seinesgleichen sucht – und derzeit engagieren sie sich auch noch für den Wandel in der Ukraine. Vier Fäuste für den sicheren Erfolg.

Von selbst freilich lief da wenig. Wladimir Klitschko weiß noch, wie sein Umfeld nach jener Niederlage von 2004 reagierte: Viele wollten ihn überzeugen, seine Karriere als Boxer zu beenden, erzählt er. „Keiner hat mehr an mich geglaubt, ich war allein.“ Sogar sein Bruder Vitali, damals ebenfalls Boxchampion, zweifelte an ihm: „Wladimir, schau dich mal im Spiegel an, es ist Zeit aufzuhören.“
Doch Wladimir hört nicht auf. In der Krise merkt er, wie wichtig ihm der Boxsport ist. Für ihn ist es auch der Zeitpunkt, an dem er sich von seinem großen Bruder abnabelt. „Ich kam an den Punkt, an dem ich mir gesagt habe, höre eher auf deinen Bauch als auf deinen Bruder – und der Erfolg hat mir recht gegeben“, sagt Klitschko.

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„Man hört viele Meinungen - nur nicht mehr seine eigene“

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  • http://www.superillu.de/exklusiv/klitschko-die-geheime-geschichte-der-boxer-Familie


    http://criticomblog.wordpress.com/2014/02/24/highway-vitali-klitschko-ist-jude-sind-wir-stolz/

  • @ Arn

    Zitat : Sportlich sehe ich es anders wie Sie.

    Sportlich ist es eine Ansichtssache. Da ich früher selbst geboxt habe ( Amateur ), habe ich natürlich auch meine eigenen Ansichten :

    für mich sind die Klitschkos zwei Hünen, bei denen sich der Boxstil auf den langen ausgestreckten Arm zur Ermüdung des Gegners begrenzt, mehr nicht.

    Was die zwei politisch betreiben, neben einer Kette von Hotels und Juweliergeschäften in der Ukraine, können sie folgendem Link entnehmen.

    Für meine Begriffe sind es zwei von den Amis durchdotierten Oligarchen , die man zur Destabilisierung der Ukraine missbraucht !

    www.k-mg.com


    .

  • nun das weiß ich nicht ob die Oligarchen sind, sollten es so sein wie Sie sagen, hätten Sie zumindestens politisch Recht. Sportlich sehe ich es anders wie Sie.

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