Handelsblatt-Ranking

Der beste Manager aus 25 Jahren Dax

Vor 25 Jahren startete der Deutsche Aktienindex. 159 Manager haben seitdem die größten Aktiengesellschaften des Landes geführt. Unsere umfassende Analyse zeigt: Der erfolgreichste Manager war SAP-Mitgründer Dietmar Hopp.
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SAP-Mitgründer Dietmar Hopp: Eine Reihe von Erfolgen machen ihn zum Spitzenreiter des Handelsblatt-Rankings. Quelle: Imago

SAP-Mitgründer Dietmar Hopp: Eine Reihe von Erfolgen machen ihn zum Spitzenreiter des Handelsblatt-Rankings.

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DüsseldorfIn der 25-jährigen Geschichte des Deutschen Aktienindex (Dax) hat Dietmar Hopp – Chef des Softwarekonzerns SAP zwischen September 1995 und Mai 1998 – sein Unternehmen am nachhaltigsten und erfolgreichsten geführt.

Hopp, Mäzen und Förderer des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim, hat keine Sorge, der größte deutsche Software-Hersteller sei zu langsam und träge geworden. „Erlauben Sie mir die Bemerkung, dass ich als sehr interessierter Beobachter feststellen will, dass die SAP ganz und gar nicht behäbig ist“, sagte der 73-Jährige im Interview mit dem Handelsblatt. „Aus der Idee von einst ist mittlerweile ein Weltkonzern geworden, in dem viele kreative Menschen innovative Ideen verfolgen. Da gilt es Strukturen zu schaffen und einen Weg zu finden, den alle gehen können“, sagte Hopp weiter.

Auf Platz zwei unter insgesamt 159 Konzernchefs folgt Hopps Kompagnon Hasso Plattner. Der SAP-Aufsichtsratschef hatte in diesem Sommer mehrfach die „langsamen Prozesse“ und „unflexible Hierarchien“ bei SAP kritisiert. Das Unternehmen müsse sich stärker an den schnellen IT-Firmen im Silicon Valley orientieren, so Plattner. Der 69-Jährige hatte damit in der SAP-Belegschaft große Unruhe ausgelöst und Sorgen geschürt, der Dax-Konzern könnte zunehmend mehr Bereiche in die USA verlagern. „SAP wird ohne Deutschland nicht auskommen. Hier ist der Konzern gewachsen“, stellte Hopp in dem Interview klar. Auch Plattner hatte nach seiner Kritik deutlich gemacht, dass er keineswegs am Standort Deutschland rütteln wolle. Zwar wolle er sich nicht anmaßen, zu behaupten, die Zukunft von SAP sei gesichert, sagte Hopp: „Aber die Basis dazu ist geschaffen. Wenn es die SAP weiter versteht, ihre Innovationskraft zu bewahren, sollte sie ihre führende Position halten können.“

Deutschlands beste Manager
Bilanz-PK BASF
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Platz 10: Jürgen Hambrecht

Er bewies als Konzernchef von BASF in den Jahren 2003 bis 2011, dass sich Produktion im Hochlohnland Deutschland rechnet – auch wenn er gleichzeitig die globale Expansion des Unternehmens vorantrieb. Die Aktionäre können sich seit Jahren auf BASF verlassen. Die Aktie entwickelte sich besser als der gesamte Dax.

Bilanz Linde
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Platz 9: Wolfgang Reitzle

Als Reitzle vor elf Jahren den Vorstandsposten bei Linde übernahm, erwarteten ihn Minirenditen und eine überfüllte Produktpalette. Reitzle stieß unprofitable Randbereiche ab und stärkte renditestarke Kernaktivitäten. Aus dem Mauerblümchen formte Reitzle in den vergangenen elf Jahren einen Gewinn- und Renditekönig der deutschen Industrie.

Fresenius kauft Fuldaer Helios Kliniken - Ulf Schneider
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Platz 8: Ulf Schneider

Der Vorstandsvorsitzende von Fresenius SE (seit März 2009) plant das Wachstum seines Konzerns auf lange Sicht. Den Übernahmekampf mit dem Krankenhauskonzern Rhön-Klinikum konnte er vor kurzem für sich entscheiden. Damit schloss Schneider eine Übernahmeserie ab, die Milliarden gekostet hat, Umsatz und Gewinn aber bereits angetrieben hat.

Henning Kagermann
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Platz 7: Henning Kagermann

Der SAP-Chef steuerte von 1998 bis 2009 den Konzern als Vorstandschef. Mehr als 75 Prozent der Umsätze fließen jenseits der Landesgrenzen. Dahinter steckt die große Nachfrage in Boomländern wie China. Zudem verstehen es die Walldorfer gut, die strategischen Vorteile ihres Produktes auszunutzen. Weil Unternehmen und Behörden es scheuen, den Anbieter zu wechseln, ist das Geschäft sehr einträglich, wenn einmal die SAP-Produkte installiert wurden.

Volkswagen CEO Winterkorn waits for German Chancellor Merkel during opening of Frankfurt Motor Show
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Platz 6: Martin Winterkorn

Als VW-Konzernchef hat er noch Großes vor: Bis zum Jahr 2018 will er den Autobauer zum Weltmarktführer vor Toyota und General Motors machen – „profitabel, nachhaltig und dauerhaft“. Die Aussichten dafür sind gut. Bislang führte Winterkorn den Konzern von einem Rekordergebnis zum nächsten. 2012 verdiente VW 21,7 Milliarden Euro – mit Abstand der höchste Nettogewinn aller Dax-Konzerne.

SAP
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Platz 5: Jim Hagemann Snabe (l) und Bill McDermott

Die beiden SAP-Vorstände belegen, dass Wandel vom Kopf her entsteht: Zusammen mit Snabe und McDermott sitzen fünf der zehn erfolgreichsten Vorstandschefs aktuell auf ihrem Vorstandsposten. Und: Sie alle eilen mit ihren Konzernen seit Jahren von einem Rekordgewinn zum nächsten.

Hainer, chief executive officer of Adidas, poses before the company's annual news conference in Herzogenaurach
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Platz 4: Herbert Hainer

Er schiebt sich die Messlatte immer höher: Der Adidas-Chef erwartet durch die Weltmeisterschaft in Brasilien im nächsten Jahr einen Ertragsschub. Hainer: „Wir werden in allen Marken, Regionen und Märkten wachsen.“ Dahinter steckt das große Ziel, dem ewigen Rivalen Nike, die Nummer eins in der Welt, näher zu rücken.

Auf Rang drei landet Ben Lipps, Ex-Chef des Gesundheitskonzerns Fresenius Medical Care. Das hat eine ausführliche Analyse des Handelsblatts ergeben. Kriterien für das Ranking des Handelsblatts sind die Aktienrendite, die Netto-Umsatzrendite und die Entwicklung der Mitarbeiterzahl – der Nutzen für den Anleger, die Firma und die Gesellschaft. Finanzinstitute wurden in einem separaten Ranking beurteilt.

Während Hopp in der Gesamtschau den Spitzenplatz einfuhr, landete der seit März 2001 amtierende Adidas-Chef Herbert Hainer in einer Kategorie auf Rang eins, bei der Aktienrendite. Die Adidas-Aktie gewann seit seinem Antritt 500 Prozent, der Dax im selben Zeitraum 40 Prozent.

Die SAP-Manager Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe – seit 2010 im Amt, Snabe zieht sich in Kürze zurück – wirtschafteten am profitabelsten. Seit ihrem Amtsantritt bleiben mit jedem Euro Umsatz durchschnittlich 18,8 Cent Nettogewinn übrig. Die meisten Mitarbeiter stellte, gemessen an der Unternehmensgröße, Dietmar Hopp bei SAP ein: In nur zwei Geschäftsjahren erhöhte sich die Zahl der Angestellten von 6800 auf 12800.

Nach den Kriterien war Kajo Neukirchen, einst Chef der Metallgesellschaft, der Manager mit dem geringsten Erfolg. Nur einen Platz besser rangiert Heinrich Hiesinger, der derzeit den Stahlhersteller Thyssen-Krupp saniert.

Die komplette Liste aller bewerteten Vorstandschefs aus den vergangenen 25 Dax-Jahren und die detaillierten Auswertungen können Sie im Kaufhaus der Weltwirtschaft erwerben: kaufhaus.handelsblatt.com

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  • Wenn es jemand verdient hat, dann Dietmar Hopp ! Er ist einer der ganz,ganz Großen und dabei immer super fair geblieben, kein bischen Dünkel oder Überheblichkeit. Er hat die SAP-Kultur wesentlich geprägt. Einfach Super !

  • Die Wahl von Herrn Hopp finde ich voll gerechtfertigt. Er versuchte immer fuer die Angestellten da zu sein, wenn die auch - nichts Ungewoehliches fuer Menschen - versucht haben, dies auszunutzen. Der wichtigste Satz, den er zu mir sagte - ich versuche immer Leute einzustellen, die besser sind als ich. Aber egal wie, letztlich war er der Beste.

  • Ackermann war auch schon Manager des Jahres, wobei man jetzt sieht, was für eine Einstellung er zu Recht und Gesetz hat.

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