Handelsblatt-Serie: Kunst-Macher
Die Administratorin

Eigentlich war es eine Unverschämtheit. Mitte der 90er-Jahre luden die Berliner Galeristen Nicole Hackert und ihr Mann Bruno Brunnet zum ersten Mal den heute international gefeierten Malerstar Daniel Richter zu einer Gruppenausstellung. Dann sah Hackert Richters damalige Werke – und lud ihn einfach wieder aus.

BERLIN. Doch Hackert, die so mädchenhaft daherkommt und doch so stark agiert, kriegt fast immer, was sie will: „Dann hat er sich auf die Hinterbeine gestellt, sich sechs Wochen im Atelier eingeschlossen und kleinformatige, abstrakte Bilder geschaffen“, erzählt die 37-jährige Mitinhaberin der Galerie Contemporary Fine Arts (CFA). „Daraufhin haben wir ihm einen monatlichen Betrag angeboten, so dass er keine Nebenjobs mehr machen musste und sich ganz auf seine Arbeit konzentrieren konnte“, sagt Hackert.

Investition, Kritik und Geduld haben sich für sie ausgezahlt. In diesem Sommer, knapp zehn Jahre später, veranstaltete sie wieder eine Daniel-Richter-Ausstellung in der Galerie. Umsatz: 900 000 Euro. Für den bekannten Hamburger Großsammler Harald Falckenberg ist CFA und speziell Hackert vor allem deshalb so erfolgreich, „weil sie Künstler wirklich betreut und darauf achtet, dass sich die Künstler auch untereinander verstehen und fördern.“ Gerade dieses „Netzwerk guter menschlicher Kontakte“ machte viele Sammler zu Freunden.

Die schlanke, meist leger in Schwarz gekleidete Nicole Hackert leitet die Galerie seit elf Jahren. Die Mutter zweier Kinder ist vor allem für die Künstlerbetreuung zuständig, während ihr Mann Brunnet den Kontakt zu den Sammlern pflegt. Philipp Haverkampf kümmert sich als Dritter im Bunde um die Vorbereitung der Messen, um Künstlertermine und Treffen mit Museumsleuten.

Klar und pragmatisch betreibt Hackert ihr Geschäft, ohne die üblichen Schönfärbereien des Gewerbes: „Es ist mehr Administration als Kulturarbeit.“

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