Handelsblatt-Serie: Wirtschaftsanwälte
Blitzschnelle Manöver

Sabine Rojahn wirkt nicht wie eine knallharte Wirtschaftanwältin: Die Expertin für Patentrecht segelt gerne und geht privat jedem Streit aus dem Weg. Dennoch wird sie weltweit als eine der fähigsten und unerbittlichsten Anwälte in diesem Bereich geschätzt. Die Münchener Partnerin von Taylor Wessing hat dabei einen ungewöhnlichen Werdegang hinter sich.

MÜNCHEN. Auf einmal kommt sie regelrecht ins Schwärmen. „Die Ruhe und das Glücksgefühl stellen sich sofort ein. Man denkt an nichts anderes, ist eins mit Wellen und Wind.“ Wenn Sabine Rojahn in ihrem Büro am Isartorplatz über den Dächern von München vom Segeln erzählt, vergisst der Zuhörer glatt, dass er einer Anwältin gegenübersitzt, die milliardenschwere Patentstreitverfahren vor internationalen Gerichten ausficht.

Und ganz so wie auf hoher See hat die Münchener Partnerin von Taylor Wessing auch in den Gerichtssälen ein ausgeprägtes Gespür für Strömungen entwickelt. Ihren Gegnern nimmt die ehemalige Segellehrerin mit ihrer Akribie für juristisch-technische Feinheiten und mit blitzschnellen Manövern den Wind aus den Segeln. „The effective Sabine Rojahn“ brachte das internationale Anwaltsverzeichnis „Chambers Global“ das einmal auf den Punkt.

Im Privatleben ist sie anders: „Da ist mir jeder Streit zuwider, ja peinlich. Da zahle ich lieber, selbst wenn ich im Recht bin“, sagt Rojahn über sich.

In Kollegenkreisen wird die zierliche, drahtige Anwältin als sehr sachkundig beschrieben, aber ebenso als unerbittlich in Verhandlungen. „Wenn sie ihre rote Brille nicht aufhat, kann sie sehr nett sein“, erzählt ein Anwalt, der ihr vor Gericht schon mehrfach gegenüberstand, jetzt aber lieber unerkannt bleiben möchte. Bisweilen sei sie in Verhandlungen schon etwas herb und eher unversöhnlich, was den Kritiker aber nicht davon abhält, ihr ein faustdickes Kompliment zu machen: „Sie ist eine richtig gute Gegnerin.“

Keine Frage: Wer zart besaitet ist, kommt in diesem Metier nicht weit. Und Patentstreitigkeiten haben Hochkonjunktur in den Märkten der globalisierten Welt. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht ein neuer Patentverletzungsfall bekannt wird, so wie der MP3-Streit zwischen Alcatel-Lucent und Microsoft. Auch in anderen Branchen wie der Pharmaindustrie wird um Basispatente gestritten.

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