Handwerk
Einfach zu handhabende Produkte stehen hoch im Kurs

Handwerk ist längst nicht jedermanns Sache. Um sich für größere Kundenkreise attraktiv zu machen, verlangen Baumärkte bequemere Schrauben und Nägel für Anfänger. Für die Hersteller bedeutet es die Suche nach neuen, innovativen Produkten - und einem Wettbewerbsvorteil.

DÜSSELDORF. Die Vorlieben der Zielgruppe sind bekannt: "Der Heimwerker greift gewohnheitsmäßig zum Kunststoff-Dübel", sagt Wolfgang Rolle, Vertriebschef beim Hersteller Fischer. Deshalb hat das Unternehmen den ersten Kunststoffdübel auf den Markt gebracht, der nachspreizt - also auch dann hält, wenn die Wand Risse bekommt. Bei Deckenmontagen ist das aus Sicherheitsgründen wichtig. Profis verwenden in solchen Fällen Stahldübel, die eine Zulassung vom Deutschen Institut für Bautechnik haben. Mit der Neuheit von Fischer gibt es jetzt auch für Hobbybastler einen Kunststoff-Dübel mit Brief und Siegel.

Auch der Baumarktzulieferer Suki aus Landscheid in der Eifel versucht sein Glück mit einem neuen Produkt. Er hat Nagel und Schraube gekreuzt. Herausgekommen ist der "SukiNail", ein Nagel mit Gewinde. Rein wird er gehämmert, raus wird er geschraubt.

Für die Hersteller von Schrauben und Nägeln für den Heimwerkermarkt sind Innovationen ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Die Herangehensweise ist stets die gleiche: Neue Produkte sollen Probleme der Baumarkt-Kunden lösen. "Beim Heimwerken steht die Sicherheit an erster Stelle. Deshalb entwickeln wir Produkte, die einfach zu montieren und damit auch für den Hobbyhandwerker fehlerfrei einsetzbar sind", sagt Fischer-Vertriebschef Rolle.

Beim Erfinder des Dübels gibt es Innovationen am laufenden Band, zehn Patente pro Tausend Mitarbeiter meldet das Unternehmen jährlich an, macht bei 3 400 Fischer-Beschäftigten durchschnittlich 40 Patente im Jahr. Davon werden 35 Prozent in neuen Produkten oder Systemen auf den Markt gebracht. Die meisten davon steuert der Geschäftsbereich Befestigungstechnik bei.

In Zeiten steigender Energiepreise steht zum Beispiel die Wärmedämmung hoch im Kurs. Dazu werden dicke Isolierplatten nachträglich aufs Mauerwerk gesetzt. Da sie wenig tragfähig sind, mussten Hausbesitzer bisher improvisieren: Markisen oder Überdachungen befestigten sie meist mit selbst gebauten Unterlegkonstruktionen, Holzkeilen und extra langen Schrauben. Besonders stabil war das nicht, außerdem wurde die Isolierung durch die Bohrlöcher beschädigt, und Metallschrauben sind gute Kälteleiter. Deshalb hat Fischer ein Montageset entwickelt, das durch die Wärmedämmung bis weit ins Mauerwerk reicht und dank glasfaserverstärktem Kunststoff auch isoliert. Die Markteinführung pünktlich zu Beginn der Markisen-Saison im Frühjahr war offenbar richtig: "Profis wie Heimwerker haben uns die Türe eingerannt, wir haben bei der Produktion Sonderschichten eingelegt", erzählt Rolle.

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