Handyausrüster: Balda-Chef kapituliert

Handyausrüster
Balda-Chef kapituliert

Michael Sienkiewicz, Chef des rote Zahlen schreibenden Handyausrüsters Balda gibt auf. Sein Nachfolger steht schon fest.
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DüsseldorfSienkiewicz scheide mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand aus, teilte die Balda am Mittwoch mit. Sein Nachfolger werde Finanzvorstand Rainer Mohr, der beide Ämter in Personalunion leiten werde.

Hauptaufgabe Mohrs wird es in den kommenden Monaten sein, das schwächelnde Geschäft mit Handyteilen auf Vordermann zu bringen oder den Verlustbringer zu verkaufen. Ein Sprecher erklärte, auch die Führungsmannschaft des Handygeschäftes in Asien werde ausgewechselt, da sie in den vergangenen Monaten die Schwierigkeiten nicht in den Griff bekommen habe. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an: Der SDax-Wert büßte mehr als drei Prozent ein und notierte bei 7,85 Euro.

Balda kämpft seit Jahren immer wieder um sein Überleben.

Einst wollte sich die Firma von der Medizintechnik trennen und neben dem Handygeschäft zusammen mit der TPK verstärkt ins Geschäft mit berührungsempfindlichen Bildschirmen (Touchscreens) einsteigen. Wegen drückender Schulden verkaufte Balda neben Randbereichen aber mehr und mehr Anteile an der TPK und nimmt nun zunehmend die Medizintechnik ins Visier.

2010 verbuchte die Firma wegen des schwachen Handygeschäftes und millionenschwerer Wertberichtigungen operativ Verluste. Unter Berücksichtigung der Abschreibungen war vor Zinsen und Steuern (Ebit) ein Minus von rund 38 Millionen Euro angefallen.

Allein der Ergebnisbeitrag der 16-prozentigen Beteiligung an der malayischen TPK bescherte dem Hersteller von Kunststoffbauteilen für Handys und medizintechnischen Geräten einen Vorsteuergewinn von rund 90 (Vorjahr: 47,3) Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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