Haniel-Chef Eckhard Cordes
Endlich Nummer eins

Kaufen, Verkaufen, Fusionieren beherrscht Eckhard Cordes aus dem Effeff. Als Chef von Haniel und Aufsichtsrat bei Metro muss der Ex-Mercedes-Manager aber auch Fingerspitzengefühl und Geduld beweisen – und Demut.

DUISBURG/FRANKFURT. Eckhard Cordes scheint im Paradies angekommen zu sein. Der Ort, an dem sein Schreibtisch steht, der Franz-Haniel-Platz in Duisburg, ist ein Kleinod im Ruhrgebiet. Ein Wasserspiel plätschert, ein Gingko aus dem 18. Jahrhundert spendet Schatten, das historische Packhaus für Kolonialwaren von 1756 lädt – aufs Feinste restauriert – zum Museumsbesuch ein. Eine breite, weiße Steintreppe führt in das Verwaltungsgebäude der 1920er-Jahre.

Auch die Fakten hinter der Fassade stimmen. Die Holding des Familienunternehmens Franz Haniel & Cie., deren neuer Chef Eckhard Cordes seit Januar ist, sind bestens. „Gelassen und heiter wie das Wetter“ trug Cordes gestern die Zahlen für 2005 vor, die eigentlich noch sein Vorgänger zu verantworten hat, Interimschef Theo Siegert. 25,89 Milliarden Euro setzte der Mischkonzern im vergangenen Jahr um, ein Plus von sechs Prozent. Der Jahresüberschuss stieg um 44 Prozent auf 809 Millionen.

Doch die Idylle trügt. Haniel – das ist ein fünfhundertköpfiger Familienclan mit 250-jähriger Tradition und ein Mischkonzern aus sechs eigenständigen Unternehmen und Finanzbeteiligungen. Von Risikostreuung – der langfristigen Erfolgsstrategie der Familienholding – kann kaum noch die Rede sein: Knapp 50 Prozent des Vorsteuergewinns kommen aus nur einer Sparte – dem Pharmagroßhandel Celesio. Der trägt zudem 80 Prozent zum Umsatz bei.

Einen Chefwechsel hatten Firmenkenner durchaus erwartet: Die Vorgänger, die langjährigen Haniel-Manager Günther Hülse und Theo Siegert klebten wohl zu sehr an einmal gewonnenen Besitztümern, waren zu wenig bereit, das Beteiligungsportfolio zu durchforsten. Aber einen branchenfremden Ex-Automanager – den hatte niemand erwartet: Mit Cordes’ Nominierung landete Aufsichtsratschef Franz Haniel Ende vergangenen Jahres einen echten Überraschungs-Coup. Der Ex-Mercedes-Lenker soll nun das Haniel-Konglomerat neu ordnen.

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