Hanns Feigen

Hoeneß-Verteidiger kämpft für Fitschen

Die Elite der Deutschen Bank muss sich wegen des Vorwurfs des Prozessbetrugs verantworten. Ko-Chef Jürgen Fitschen wird von Hanns Feigen vertreten. Der hat auch schon Uli Hoeneß verteidigt – und geht in die Offensive.
Kommentieren
So zeigt sich die Deutsche-Bank-Elite vor dem Landgericht
Jürgen Fitschen
1 von 12

Vor dem Landgericht München I beginnt heute der Prozess gegen den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen. Ihm und den Mitangeklagten wird vorgeworfen, im Zivilprozess mit dem Medienunternehmer Leo Kirch die Justiz getäuscht haben. Außer Fitschen auf der Anklagebank ...

Josef Ackermann
2 von 12

... sitzen sein Vorgänger Josef Ackermann (rechts), der das größte Deutsche Geldhaus von 2002 bis 2012 leitete, sowie ...

Rolf E. Breuer
3 von 12

... Ackermanns eigener Vorgänger Rolf E. Breuer (rechts), von 1997 bis 2002 Vorstandssprecher. Danach war Breuer bis 2006 Aufsichtsratsvorsitzender der Bank – und trat angeblich wegen des Rechtsstreits mit Kirch zurück. Dazu kommen noch zwei weitere Ex-Vorstände der Deutschen Bank.

Clemens Börsig
4 von 12

Clemens Börsig (M) war von 2001 bis 2006 Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, bis 2012 dann Aufsichtsratschef. Anfang 2002 war er Risikochef des Geldinstituts.

Tessen von Heydebreck
5 von 12

Tessen von Heydebreck saß von 1994 bis 2007 im Vorstand der Deutschen Bank, 2002 war er Vorstand für Compliance, Recht, Revision und Personal, zuletzt leitete er das Rechtsressort. Heute sitzt er unter anderem im Aufsichtsrat der Postbank.

Strafprozess gegen Manager der Deutschen Bank
6 von 12

Breuer hatte 2002 in einem Interview Zweifel an der Kreditwürdigkeit Leo Kirchs geäußert. Die Folge war ein Jahrelanger Rechtsstreit mit Kirch und dessen Erben, den die Deutsche Bank 2014 schließlich mit einem Vergleich und einer Zahlung über 925 Millionen Euro beilegte. In dem Prozess soll Breuer über die Absicht der Bank, durch das Interview mit Kirch ins Geschäft zu kommen, dann gelogen haben.

Absprache zum Prozessbetrug
7 von 12

Die Manager stützten Breuers Aussage vor Gericht zunächst. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen daher versuchten Prozessbetrug im Verfahren um Schadenersatz für die Kirch-Erben vor. Die Manager sollen sich abgesprochen haben, um das Gericht durch unwahre Angaben zu täuschen und Schadenersatzzahlungen abzuwehren. Ihre Vorwürfe stützt die Staatsanwaltschaft auf zahlreiche Dokumente, die unter anderem bei einer Razzia der Deutschen Bank gefunden wurden.

MünchenJürgen Fitschen hat sich einen wortmächtigen Verteidiger gesucht. Der Ko-Chef der Deutschen Bank wird in seinem Betrugsprozess von Hanns Feigen vertreten, der vor gut einem Jahr auch schon mit Verve Uli Hoeneß in seinem Steuerprozess verteidigt hat. Für den um seine Zukunft kämpfenden Fitschen ging der Verteidiger am Dienstag gewaltig in die Offensive. „Desaströs“ sei die Anklage – eigentlich dürfe der Prozess gar nicht stattfinden.

Fitschen ist zusammen mit den früheren Deutsche-Bank-Chefs Rolf Breuer und Josef Ackermann sowie den Ex-Vorständen Clemens Börsig und Tessen von Heydebreck wegen versuchten schweren Prozessbetrugs angeklagt. Die Anklage bezieht sich auf einen Zivilprozess um eine Schadenersatzklage des 2011 verstorbenen Medienmoguls Leo Kirch, der der Deutschen Bank die Verantwortung für seine Pleite im Jahr 2002 vorwarf. Im Fall einer Verurteilung drohen den Angeklagten Haftstrafen – für Fitschen dürfte eine Verurteilung selbst nur zu einer Bewährungsstrafe mit seinem Ende bei der Deutschen Bank gleichbedeutend sein.

Auf 110 Seiten hat die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe gegen die Angeklagten zusammengefasst. Bei der mehrstündigen Verlesung der Anklage wird allerdings auch deutlich, dass Fitschen keine treibende Kraft in dem von der Staatsanwaltschaft behaupteten Komplott der Deutschen Bank war. Die Top-Manager sollen sich in ihren Aussagen im Zivilprozess mit Kirch abgestimmt und auf falsche Angaben geeinigt haben, um dessen Klage ins Leere laufen zu lassen. Der 2011 verstorbene Kirch machte vor allem Breuer für seine Pleite verantwortlich und bekam damit im Zivilprozess posthum Recht.

Fitschen und Ackermann: So erschienen sie vor Gericht

Die Hauptverantwortung wirft die Anklage Rolf Breuer vor, der von 1997 bis 2002 Vorstandschef und dann bis 2006 Aufsichtsratschef der Deutschen Bank war. Mit einer indiskreten Interviewäußerung, in der er Anfang 2002 die Kreditwürdigkeit von Kirch öffentlich anzweifelte, soll Breuer die Pleite des einstigen Besitzers unter anderem der Fernsehsender Sat.1, ProSieben und des Bezahlsenders Premiere (heute Sky) bewusst beschleunigt haben. Angeblich wollte Breuer erreichen, dass Kirch der Deutschen Bank den Auftrag zur Restrukturierung des Konzerns gibt.

„Wie in einem schlechten Wirtschaftskrimi“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Hanns Feigen: Hoeneß-Verteidiger kämpft für Fitschen"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%