Hanns Feigen
Hoeneß-Verteidiger kämpft für Fitschen

Die Elite der Deutschen Bank muss sich wegen des Vorwurfs des Prozessbetrugs verantworten. Ko-Chef Jürgen Fitschen wird von Hanns Feigen vertreten. Der hat auch schon Uli Hoeneß verteidigt – und geht in die Offensive.
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MünchenJürgen Fitschen hat sich einen wortmächtigen Verteidiger gesucht. Der Ko-Chef der Deutschen Bank wird in seinem Betrugsprozess von Hanns Feigen vertreten, der vor gut einem Jahr auch schon mit Verve Uli Hoeneß in seinem Steuerprozess verteidigt hat. Für den um seine Zukunft kämpfenden Fitschen ging der Verteidiger am Dienstag gewaltig in die Offensive. „Desaströs“ sei die Anklage – eigentlich dürfe der Prozess gar nicht stattfinden.

Fitschen ist zusammen mit den früheren Deutsche-Bank-Chefs Rolf Breuer und Josef Ackermann sowie den Ex-Vorständen Clemens Börsig und Tessen von Heydebreck wegen versuchten schweren Prozessbetrugs angeklagt. Die Anklage bezieht sich auf einen Zivilprozess um eine Schadenersatzklage des 2011 verstorbenen Medienmoguls Leo Kirch, der der Deutschen Bank die Verantwortung für seine Pleite im Jahr 2002 vorwarf. Im Fall einer Verurteilung drohen den Angeklagten Haftstrafen – für Fitschen dürfte eine Verurteilung selbst nur zu einer Bewährungsstrafe mit seinem Ende bei der Deutschen Bank gleichbedeutend sein.

Auf 110 Seiten hat die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe gegen die Angeklagten zusammengefasst. Bei der mehrstündigen Verlesung der Anklage wird allerdings auch deutlich, dass Fitschen keine treibende Kraft in dem von der Staatsanwaltschaft behaupteten Komplott der Deutschen Bank war. Die Top-Manager sollen sich in ihren Aussagen im Zivilprozess mit Kirch abgestimmt und auf falsche Angaben geeinigt haben, um dessen Klage ins Leere laufen zu lassen. Der 2011 verstorbene Kirch machte vor allem Breuer für seine Pleite verantwortlich und bekam damit im Zivilprozess posthum Recht.

Die Hauptverantwortung wirft die Anklage Rolf Breuer vor, der von 1997 bis 2002 Vorstandschef und dann bis 2006 Aufsichtsratschef der Deutschen Bank war. Mit einer indiskreten Interviewäußerung, in der er Anfang 2002 die Kreditwürdigkeit von Kirch öffentlich anzweifelte, soll Breuer die Pleite des einstigen Besitzers unter anderem der Fernsehsender Sat.1, ProSieben und des Bezahlsenders Premiere (heute Sky) bewusst beschleunigt haben. Angeblich wollte Breuer erreichen, dass Kirch der Deutschen Bank den Auftrag zur Restrukturierung des Konzerns gibt.

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„Wie in einem schlechten Wirtschaftskrimi“

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