Hans Smits
Der Hafenmeister von Rotterdam

Hans Smits leitet Europas größten Hafen und investiert Milliarden in dessen Ausbau, um den Abstand zum Konkurrenten Hamburg zu verteidigen. Heute soll der Vertrag des 57-jährigen Niederländers verlängert werden.

ROTTERDAM. Eigentlich wollte Hans Smits Pfarrer werden wie sein Onkel. Er war fest entschlossen. „Aber nach ein paar Monaten

Studium hat er gemerkt, dass das nichts für ihn ist, und er ist wieder zu uns zurückgekommen“, erinnert sich sein Zwillingsbruder Philip Smits. Beide sind heute feste Größen in der niederländischen Wirtschaft. Philip als Chef eines Import-Export-Unternehmens für Gemüse und Früchte – Hans, ein studierter Wirtschaftsingenieur, als Chef der Betreibergesellschaft des Rotterdamer Hafens.

Heute entscheidet der Aufsichtsrat, ob sein Vertrag beim größten Hafen Europas verlängert wird. Das Ja gilt als fast sicher. „Hans ist beliebt hier – als Mensch, aber eben auch als Chef. Nie war der Rotterdamer Hafen so erfolgreich wie heute“, sagt einer seiner engen Mitarbeiter.

Tatsächlich können sich die Erfolge des 57-jährigen Smits sehen lassen. Der Rotterdamer Hafen legte im ersten Quartal dieses Jahres noch einmal zu, um 6,8 Prozent auf 105 Tonnen. Er ist mit über 400 Tonnen Güterumschlag im Jahr die Nummer eins in Europa vor Hamburg und Antwerpen. Damit dies so bleibt, investiert er bis zum Jahr 2013 rund 15 Milliarden Euro in den Hafenausbau.

Von seinem Fenster im 13. Stock des Verwaltungsgebäudes hat Smits einen Blick über sein Reich aus unzähligen Kränen und vorbeifahrenden Tankern. „Das mag er. Er will sehen, was er mit seinen Entscheidungen bewegt“, sagt Zwillingsbruder Philip.

Seit 2005 ist Hans Smits nun Chef der Rotterdamer Hafengesellschaft, die gleichermaßen privaten und öffentlichen Anteilseignern gehört. Diese Kombination scheint dem Holländer zu liegen, der zuvor für den Amsterdamer Flughafen Schiphol zuständig war – auch ein halb-privates, halb-öffentliches Unternehmen. Zuvor arbeitete er in mehreren Ministerien. Doch eines nervt ihn an der Politik: „Da wird viel Papier produziert. Aber Entscheidungen dauern einfach zu lange.“ Gerade kämpft er für eine bessere Anbindung ans Hinterland.

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