Hans Vögeli
Chef der Kantonalbank gibt auf

Hans Vögeli, Chef der Zürcher Kantonalbank, hat die Konsequenzen aus der Affäre um das Unternehmen Sulzer gezogen und gab seinen Rücktritt bekannt. Der Nachfolger des untragbar gewordenen Vögeli steht bereits fest.

oli ZÜRICH. Der Chef der Zürcher Kantonalbank, Hans Vögeli, ist gestern zurücktreten. Er zieht damit die Konsequenz aus einer Affäre rund um den Handel mit Aktien des Schweizer Industrieunternehmens Sulzer, das inzwischen weitgehend von österreichischen und russischen Investoren kontrolliert wird. Der Fall, der in der Schweiz für Schlagzeilen sorgt, weil die staatseigene Kantonalbank ohne Wissen des Schweizer Unternehmens den Verkauf von 32 Prozent der Anteile an Ausländer organisierte, ließ Vögelis Position in Zürich unhaltbar werden: Er tritt deswegen auch aus den Führungsgremien des Schweizer Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse, der Schweizerischen Bankiervereinigung und des Kantonalbankenverbandes zurück. Sein Nachfolger wird im nächsten Monat der 46-jährige Martin Scholl. Er sollte Vögeli eigentlich erst nach dessen Frühpensionierung zum Jahresende ablösen. Auch der Chef der Handelssparte der Kantonalbank Markus Hofmann verlässt das Kreditinstitut.

Die Vorgehensweise der Zürcher Kantonalbank führt im Nachbarland dazu, dass das gesamte Kantonalbankensystem überprüft wird. Die meisten Kantonalbanken besitzen ähnlich wie die deutschen Sparkassen eine Staatsgarantie. In dem Nicht-EU-Mitgliedsland wurde diese Staatsgarantie, die auch Vögeli stets verteidigte, jedoch nie ernsthaft in Frage gestellt.

Der Fall Sulzer, an dem die Bank zwar verdiente, aber aus politischer Sicht gegen die Interessen des Staates handelte, wirft nun beispielsweise nach Meinung der Liberalen die Frage auf, ob die Kantonalbanken nicht privatisiert werden sollten. Der Liberalen-Fraktionschef Beat Walti will „konkrete Vorstöße“ zur Umwandlung der Staatsbank in eine AG unternehmen. Linke Parteien erteilen diesem Vorhaben bislang eine Absage.

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