Hans Wall: Die neue Sanftheit

Hans Wall
Die neue Sanftheit

Einer, der etwas aufgebaut hat, vor Energie strotzend, der gerne mal kräftig austeilt an die Adresse der größeren Wettbewerber - ein Mittelständler also, dem niemand etwas vormachen kann. Das ist Hans Wall. Die Wall AG ohne Hans Wall? Undenkbar! Doch jetzt gibt es sie.

BERLIN. Zwar tritt der Unternehmensgründer nicht ganz ab. Aber er hat sich in den Aufsichtsrat zurückgezogen. Den Chefposten beim Berliner Stadtmöblierer, der Wartehäuschen für Bus und Bahn, öffentliche Toiletten und Plakatsäulen für große Städte betreibt und mit Werbeflächen finanziert, hat er zum Jahreswechsel an seinen Sohn Daniel übergeben.

Der Junior ist anders als sein Vater. Ruhig, beobachtend sitzt er da bei seinem ersten großen Interview auf dem schwarzen Sofa, eingerahmt vom Modell einer City-Toilette im Hintergrund, hört aufmerksam zu, antwortet diplomatisch.

Warum erfolgt der Generationswechsel ausgerechnet jetzt? "Es passten einfach viele Dinge gut zusammen", sagt Daniel Wall mit einer neutralen Miene, die keinen Raum lässt für eine Deutung wie: "Da muss doch mehr dahinter stecken." Außerdem werde der Vater bald 65, und er, Daniel, sei jetzt 41, also im richtigen Alter. Jetzt seien die beiden wichtigsten Positionen in Familienhand.

Ob nicht doch mehr dahinter steckt? Soll der diplomatischere Sohn dafür sorgen, dass Gespräche über Kooperationen möglich werden, damit das Familienunternehmen im Wettbewerb mit den Schwergewichten im Markt überleben kann?

Klar ist: Der Junior übernimmt das Unternehmen, das im vergangenen Jahr mit knapp 600 Mitarbeitern rund 135 Millionen Euro umsetzte, kurz vor strategisch wichtigen Entscheidungen. Die Ausschreibung der Hansestadt Hamburg für Stadtmöblierung und Werbeflächen läuft, dann folgt München. Zwei Millionen-Aufträge, um die auch die beiden größeren Konkurrenten, die französische JC Decaux - und die Kölner Ströer-Gruppe, kämpfen, deren Verträge mit Hamburg 2008 enden.

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