Harald Schmidt
Sein bester Freund

Der scheidende Chef von Constantin Film, Fred Kogel, kümmert sich nun alleine um die Vermarktung der Harald-Schmidt-Show.
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DÜSSELDORF. Auf dem frei werdenden Chefsessel des Münchener Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1 will Fred Kogel nicht Platz nehmen. Der scheidende Vorstandsvorsitzende der Produktionsfirma Constantin Film und frühere Sat-1-Chef hat auf die quälende Arbeit als Sanierer der kriselnden Sendergruppe keine Lust.

Stattdessen wird sich Kogel nach seinem Ausscheiden bei Constantin ("Baader-Meinhof-Komplex") zum Jahresende wieder ganz auf die kreative Fernseharbeit konzentrieren: Seit kurzer Zeit führt er die vor vier Jahren mit dem Late-Night-Talker Harald Schmidt gegründete Firma Kogel & Schmidt alleine. "Harald Schmidt möchte sich voll und ganz auf die künstlerischen Aktivitäten konzentrieren", verriet Kogel dem Branchendienst "Kontakter".

Nach dem Ausscheiden Schmidts als Co-Geschäftsführer wurde die TV-Firma zudem von Köln nach München verlegt. Der 47-jährige Kogel lebt und arbeitet in der bayerischen Metropole.

Schmidt arbeitet nun wieder für die Kunst und Kogel für das Geschäft. Das Tandem zwischen TV-Lästermaul und Manager funktioniert hervorragend. Die gemeinsame Firma ist bei der ARD im späten Abendprogramm sehr erfolgreich. Nach Angaben des Senders kam die erste Staffel der Klamauksendung mit Schmidt und Oliver Pocher auf einen Marktanteil von neun Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Die durchaus populäre Vorgängersendung "Harald Schmidt" schaffte in der mit einer überalterten Zuschauerstruktur kämpfenden ARD gerade mal 6,7 Prozent.

Der Zuschauererfolg ist eine gute Voraussetzung für die Neuverhandlungen mit der Anstalt, die Kogel im nächsten Jahr mit dem neuen ARD-Programmchef Volker Herres führen wird. Denn der Vertrag mit dem Ersten läuft im Sommer 2009 aus. Die Chancen für eine Fortsetzung stehen nach Einschätzung von Marktteilnehmern gut, denn junge Zuschauer werden im Ersten dringend gebraucht. Die ARD hält sich aber mit Prognosen zurück. Ein ARD-Sprecher sagte gestern nur, dass die Frage einer Verlängerung offen sei. Auch Kogel wollte sich dazu momentan nicht äußern.

Kogel hat aber noch mehr vor: Zu seinen neuen Aktivitäten gehört auch die Ende Juni gegründete Fred im Münchener Millionärs-Vorort Grünwald. Womit die Firma ihr Geld verdienen soll, verrät er noch nicht. Laut Handelsregister wird sie Radio- und Fernsehsendungen produzieren sowie Künstler vermarkten. Alleiniger Gesellschafter ist Kogels Beteiligungsgesellschaft.

"Harald Schmidt ist mein bester Freund", sagt Kogel. Die beiden sind seit 13 Jahren unzertrennlich. Es war der frischgebackene Sat-1-Chef Kogel, der den damals glücklosen Showmaster Harald Schmidt fragte, ob er nicht eine Late-Night-Show für seinen Privatsender machen wolle. Eine Erfolgsgeschichte nahm damit ihren Lauf, deren letztes Kapitel offenbar noch lange nicht geschrieben ist.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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