Harald Schmidt wird 50 Jahre
TV-Lästermaul geht vor so viel Lob in Deckung

Der Entertainer Harald Schmidt wird 50 Jahre – den Rummel um seine Person meidet er aber. Mit der Hilfe seines Freundes Fred Kogel vermarktet sich der Schwabe schon so auf allen Kanälen perfekt.

BERLIN. Fred Kogel kann sich noch wie heute daran erinnern. Es war bei einer Aufzeichnung der langweiligen Unterhaltungsshow „Verstehen Sie Spaß?“ in der Schweiz, als der frisch gebackene Sat-1-Chef Kogel den glücklosen Showmaster Harald Schmidt fragte, ob er nicht eine Late-Night-Show für seinen Privatsender machen wolle. Schmidt überlegte und sprang ins kalte Wasser. 1995 startete das im schwäbischen Nürtingen aufgewachsene Multitalent seine zweite Karriere, die ihn bis heute ausfüllt. Am Samstag feiert Schmidt seinen 50. Geburtstag – still und leise.

Schmidt und Kogel blieben seitdem unzertrennlich. „Harald Schmidt ist mein bester Freund“, sagt Kogel, heute Chef der Constantin Film. Längst hat Schmidt dem Privatsender Sat 1 den Rücken gekehrt und ist zur ARD zurückgekommen. Die ARD ist noch immer die sicherste Bank im deutschen Fernsehgeschäft. Schmidt und sein Freund Kogel haben dafür sogar eine eigene Firma gegründet, die „Kogel & Schmidt GmbH“. Sie vermarktet das Produkt Harald Schmidt nach allen Regeln der Kunst. Ein lukratives Geschäft mit hohen zweistelligen Renditen, wie in der Branche gemunkelt wird. Denn Schmidt ist überall – im Fernsehen, auf DVD, CD, Handy oder im Internet.

An Lob fehlt es in diesen Tagen für Schmidt nicht. „Harald Schmidt unterhält mit Witz und Intellekt“, formuliert Kogel. Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff hat sogar einen Brief aufgesetzt. Launig schreibt Raff seinem schwäbischen Landsmann, dessen Sendung den Gebührenzahler jährlich Millionen kostet: „Als Kabarettist, Schauspieler, Moderator, Kolumnist und Schriftsteller sind Sie jedenfalls eines der wenigen großen Multitalente der deutschen Medienlandschaft – daneben bestehen vermutlich nur noch Florian Silbereisen und Franz Beckenbauer.“

Harald Schmidt geht vor so viel Lob in Deckung. Keine große Party, keine öffentlichen Ehrungen. „Da bin ich auf See. Urlaub. Ich werde mir das aber auch danach schenken“, vertraute Schmidt dem „Spiegel“ an.

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