Harald Schnabel neuer Vorstandssprecher
Euwax-Vorstandschef Rüther zurückgetreten

Nach nur zweieinhalb Monaten im Amt ist Christoph Rüther überraschend als Vorstandschef des Stuttgarter Optionsschein- und Aktienhändlers Euwax Broker zurückgetreten.

rtr/dpa STUTTGART. Der 36-jährige Rüther habe um die Auflösung seines Vertrages gebeten, teilte Euwax Broker am Mittwoch mit, zwei Tage vor der Hauptversammlung des Unternehmens. Hintergrund sei das drastisch veränderte Umfeld seit seinem Amtsantritt am 1. Mai. Rüther sehe „in der neuen Gruppenstruktur am Börsenplatz Stuttgart nicht mehr die Voraussetzungen (...), um mit voller Unterstützung und Vertrauen agieren zu können“, hieß es. Aufsichtsratschef Hans- Peter Bruker sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Rüther sei der Umbau des Unternehmens offenbar zu langsam vorangegangen.

Rüther war seit einem Jahr Vorstand bei Euwax und rückte zum 1. Mai vorzeitig zum Vorstandsvorsitzenden auf. Zuvor hatte er für die Citibank in Hongkong gearbeitet. Vorstandssprecher wird nun zunächst Handelsvorstand Harald Schnabel, der bereits bis 2001 in dieser Funktion tätig war.

Das Maklerhaus soll künftig auch als Dienstleister für die zweitgrößte deutsche Börse fungieren und in Euwax AG umbenannt werden. „Die Veränderung der Strukturen erfordert mehr Geduld“, sagte Bruker. Dabei sei vor allem die Neutralitätspflicht der Börse zu berücksichtigen. Im Dezember 2002 hatte der Stuttgarter Börsenverein die Mehrheit an Euwax übernommen.

Rüther gehörte dem Vorstand seit Juli 2002 an. Mit einem breit gestreuten Portfolio wollte er die Abhängigkeit des Maklers vom Handel mit Optionsscheinen verringern. Euwax hatte am Dienstag von einem Gewinnschub im ersten Halbjahr um 91 Prozent auf 6,2 Millionen Euro berichtet. Damit erreichte das Unternehmen bereits zur Jahresmitte fast den kompletten Gewinn des Vorjahres (8,4 Mio Euro).

Der Stuttgarter Finanzplatz hatte zuletzt als Nummer zwei den Rückstand auf den Marktführer Frankfurt verkürzt. Im ersten Quartal 2003 stieg der Marktanteil der boerse-stuttgart am Orderaufkommen der deutschen Börsen (ohne XETRA) von knapp über 30 auf 37 Prozent. Im selben Zeitraum fiel Frankfurt von 60 auf 56 Prozent zurück.

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