Management
Harry Roels soll Wechselprämie kassiert haben

Die morgige Aufsichtsratssitzung von RWE verspricht turbulent zu werden. Für Zündstoff sorgt ein Zeitungsbericht vom Wochenende, wonach Konzernchef Harry Roels für seinen Wechsel vom britisch-niederländischen Ölmulti Shell nach Essen vor einem Jahr ein Handgeld von einer Million Euro erhalten haben soll.

mjh DÜSSELDORF. Ein RWE-Sprecher wollte einen entsprechenden Bericht der „Welt am Sonntag“ gestern nicht kommentieren. „Wir nehmen dazu nicht Stellung“, sagte er dem Handelsblatt. Dies sei Sache des Aufsichtsrats.

Sollte Roels tatsächlich ein Handgeld erhalten haben, so hätte zumindest der Personalausschuss des Aufsichtsrates von RWE dies absegnen müssen, sagt Ulrich Hocker, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Dem Gremium gehören als Vertreter der Anteilseigner neben Aufsichtsratschef Friedel Neuber, Allianz-Vorstand Paul Achleitner und Oberkreisdirektor a. D., Heinz-Eberhard Holl, Verdi-Chef Frank Bsirske sowie der Vize-Chef der IGBCE, Klaus-Dieter Südhofer, als Vertreter der Arbeitnehmer an.

Handgelder sind im Profi-Sport an der Tagesordnung. In der Fußball-Bundesliga etwa versuchen die Vereine, Spitzenspieler anderer Clubs mit solchen Zahlungen zu ködern. In der deutschen Industrie sind Wechselprämien dagegen eher die Ausnahme – zumindest werden sie nur selten publik. „Sie verstoßen jedoch nicht gegen das deutsche Aktienrecht“, meint Hocker. „Die Zahlung von Handgeldern fällt unter die Vertragsfreiheit.“ Bei einem Wechsel verzichten Manager auf erst in der Zukunft wirksam werdende Vergütungsbestandteile, wie etwa Aktienoptionen. Mit einem so genannten „Golden Hello“ versucht der neue Arbeitgeber, diesen Verdienstausfall zu kompensieren.

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