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Hauskauf per Internet - Risiken für den Verbraucher

Das Angebot, Immobilien über das Internet zu ersteigern, ist noch ziemlich neu. Beim Kauf einer ...



Das Angebot, Immobilien über das Internet zu ersteigern, ist noch ziemlich neu. Beim Kauf einer Immobilie sollte man dem neuen Angebot ein gesundes Maß an Skepsis entgegenbringen. Die Notarkammern machen daher auf einige Grundregeln aufmerksam. Die Versteigerung kann vom Verkäufer gerade deshalb gewählt werden, weil die Immobilie auf dem regionalen Markt nicht oder nur gegen Preisabschlag verkäuflich ist (schlechte Lage, schlechter Mietmarkt, etc.). Außerdem tummeln sich auch auf diesem Markt unseriöse Anbieter. Der Erwerb eines Hauses per Ersteigerung ist erst nach notarieller Beurkundung wirksam. Der Verbraucher soll durch den persönlichen Termin beim Notar und durch eine vorgeschaltete 14-tägige "Cooling-Off"-Periode rechtlich gut informiert sein, bevor er sich bindet. Das Recht lässt aber Gestaltungen zu, die den Verbraucher schon weit vor dem Termin in die Bindung schlittern lassen. Die Warnlampen sollten aufleuchten, wenn eine Ersteigerungsvollmacht schriftlich abgegeben werden soll, ohne dass vor der Versteigerung eine persönliche Beratung durch einen Notar Ihrer Wahl vorgesehen ist.

Der Erwerb von Grundstücken erfordert auch im Wege der Auktion die Mitwirkung eines Notars. Dies bedeutet, dass im Anschluss an die Auktion der Grundstückskauf notariell beurkundet werden muss. Hierfür ist erforderlich, dass der Käufer entweder selbst zu dem Notartermin anreist - der häufig ein oder zwei Tage nach der Auktion am Sitz des Versteigerers stattfindet - oder eine Person seines Vertrauens zu dem Abschluss des Vertrags bevollmächtigt. Für das Ersteigern einer Immobilie ist neben dem Kaufpreis eine Courtage zu zahlen. Außerdem fallen die üblichen Notar- und Gerichtskosten an.

Der Käufer hat Anspruch darauf, dass ihm zwei Wochen vor der Beurkundung der beabsichtigte Text des Rechtsgeschäfts zur Verfügung gestellt wird. Bei Online-Auktionen findet sich der Text häufig auf der Internetseite des Auktionators. Lesen Sie den Text genau durch und besprechen offene Fragen mit einem Berater, z. B. einem Notar oder einem Rechtsanwalt.

Besonders wichtig ist auch, vor dem Gebot das Objekt zu prüfen und - sofern möglich - von außen und innen besichtigen. Die Höhe der Nebenkosten, Rücklagen und bevorstehenden Renovierungen im Haus sind Informationen, die viel Geld sparen können. Von Nachbarn lässt sich manchmal eine Menge über die Bewohnerstruktur und über den Verwalter erfahren. Auch vorhandene Gutachten über das Kaufobjekt sollten eingesehen werden; es enthält Wissenswertes, z. B. die Grundstücksgröße, Wohnfläche, Baujahr, Zustand, Belastungen, Grundriss, Verkehrswert, usw.

Wie bei allen Grundstückskäufen ist ausreichendes Kapital für den Erwerb der Immobilie unerlässlich. Die Finanzierung sollte unbedingt mit einer Bank vorher abgeklärt werden. Erfahrene Bieter setzen sich vor der Auktion ein oberstes Preislimit, dass sie unbedingt und ohne Wenn und Aber einhalten - damit sie nicht Gefahr laufen, ihre finanziellen Vorstellungen überzustrapazieren und das Objekt aus Euphorie in der heißen Bietphase zu teuer zu erstehen.



Quelle: DER BETRIEB, 17.06.2005

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