Hedge-Fonds-Gründer David Tepper
Bescheiden, aber ungehobelt

„Bist du der Gute oder der Böse?“ hat ihn kürzlich seine Frau in der Küche gefragt. David Tepper wand sich heraus: „Ich verursache keine ökonomischen Schmerzen – ich profitiere nur von ihnen.“

NEW YORK/DÜSSELDORF. Seit Wochen versuchen Top-Manager der Autoindustrie und Anwälte den Autozulieferer Delphi aus dem Gläubigerschutz nach Chapter 11 zu führen. Den können in den USA Unternehmen beantragen, um weiterarbeiten zu können, ohne dass Gläubiger für eine gewisse Zeit Zugriff auf sie haben. Der entscheidende Mann bei den Delphi-Verhandlungen ist Tepper, ein etwas ungehobelter, 49-Jähriger mit Glatze, der seine Milliarden mit dem Hedge-Fonds Appaloosa Management gemacht hat: Er besitzt 9,3 Prozent von Delphi.

Nach Informationen des „Wall Street Journal“ dürfte er bald der starke Mann dort sein: Die Verhandlungen laufen in Richtung eines Abkommens, bei dem Tepper Milliarden in Delphi schießen würde, um dafür ein Drittel aller Anteile zu bekommen. Dies würde das Aus verhindern.

Obwohl Delphi seit Oktober 2005 unter Gläubigerschutz steht, ist das Unternehmen mit seinen 177 000 Mitarbeitern noch immer größter Zulieferer von GM. Delphi produziert zahlreiche Autoteile, von Airbags bis zu Radios.

Tepper glaubt, den Konzern durch harte Einschnitte, zahlreiche Entlassungen und eine Reduzierung der Gehälter retten zu können. Immerhin ist er durch Investments in angeschlagene Firmen reich geworden. So kaufte er sich bei Stahl- und Kohleunternehmen ein, als niemand mehr an diese Branchen glaubte. Auch mit Anleihen von Firmen, die in Asbest-Schadensersatzklagen verwickelt waren, hat Appaloosa gut verdient. 1990, nachdem ihm bei Goldman Sachs der Partnerstatus verweigert wurde, gründete er seine eigene Fondsfirma.

So bullig sein Auftreten in der Öffentlichkeit, so bemerkenswert bescheiden gibt sich Tepper im Alltag. Häufig tauscht er sein Einzelbüro in der Appaloosa-Zentrale in Chatham, New Jersey, mit einem Schreibtisch im Handelsraum des Fonds. Noch immer wohnt er mit seiner Familie in einem zweigeschossigen Haus, das er 1990 für 1,2 Millionen Dollar gekauft hat. Ferienhäuser? Privatschulen für die Kinder? Fehlanzeige. An den Wochenenden trainiert er das Softball-Team seiner Tochter. „Ich bin nur ein Mittelklasse-Typ, gefangen im Körper eines Reichen“, scherzt er.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%