Hedge-Fonds-Manager Florian Homm
Ein Schubs vom großen Jungen

Im teppichgepolsterten Foyer vor dem Auditorium des Hilton Hotels in Basel verfällt die Menge in Schweigen, als ein Mann die Treppe hinaufgeeilt kommt. Sie alle haben von dem Hünen ohne Krawatte schon gelesen. Und zwar nicht das Beste. „Der Zerleger“ wird er genannt. Oder: „Der Krieger der Liga“. Wird Florian Homm seinem Ruf auch diesmal alle Ehre machen?

HB BASEL. „Es gibt einen Bass. Es gibt Bläser. Und es gibt die Violine. Und wir spielen das ganze Orchester“, sagt er selbst. Bei seiner jüngsten Erwerbung, dem Schweizer Filmrechtehändler Highlight Communications mit Aktien an der Frankfurter Börse, zu dessen Generalversammlung er eilt, soll es mehr der stetige Bass sein als die schrille Violine.

Homm hält die Firma, an der er für geschätzte 40 Millionen Euro 15 Prozent der Anteile erworben hat, für eine „Wachstumsperle“. Er will den Takt langfristig vorgeben: „Das hat nichts damit zu tun, dass wir plötzlich Heilige geworden wären.“ Den Heiligen nähme man ihm auch nicht ab. Wenn er zu Hause auf der Terrasse seines Herrenhauses in Mallorca zigarrenqualmend auf- und abstreicht, ist das einzig Friedliche der Blick über die Orangenplantage auf die Kathedrale von Palma. Der ehemalige Basketball-Nationalspieler gäbe einen guten Paten in einem Mafiafilm ab. Er spricht wie ein großer Junge, wenn er prahlt: „Mehr als fünfzig Sachen“ habe er am laufen. Gemeint sind Investitionen, die er mit Hilfe seiner FM Fund Management Limited mit Sitz auf den Cayman-Inseln bei überwiegend deutschsprachigen Firmen verteilt.

Der Finanzdienstleister MLP und die Beteiligungsgesellschaft WCM waren darunter. Ihre Kurse rauschten in die Tiefe, kaum dass Homm eingestiegen war. Getreu den Taten, die man seinem Namenspatron Sankt Florian zuschreibt, hinterließ Homm verbrannte Erde.

Auch beim Autoverleiher Sixt war er dabei, was ihn ein Ermittlungsverfahren einbrachte wegen des Verdachts, gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen zu haben. „Bei Sixt hatte ich ein bisschen Knatsch“, sagt Homm. Erich Sixt hatte das bisschen Knatsch damals als „Angriff auf sein Lebenswerk“ bezeichnet.

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