Hedge-Fonds nicht ausreichend geprüft
Bear Stearns muss Millionen-Strafe zahlen

Hedgefondkunden werden vielleicht zukünftig genauer unter die Lupe genommen: In den USA muss mit Bear Staerns nun einer der größten Broker für Hedgefonds eine nicht unbeträchtliche Summe an den pleite gegangenen Geschäftspartner Manhattan Investment Fund Ltd zahlen - wegen unzureichender Prüfung.

NEW YORK. Bear Stearns Cos. muss 125 Mill. Dollar an den pleite gegangenen Hedgefonds Manhattan Investment Fund Ltd. zahlen. Dies entschied ein US-Gericht. Bear Stearns habe die Daten des Hedgefonds nicht ausreichend geprüft und Geld angenommen, um potenzielle Verluste zu begrenzen, so der Richter. Der Hedgefonds war im Jahr 2000 zusammengebrochen, nachdem die Aufsichtsbehörden den Hedgefonds-Manager Michael Berger beschuldigt hatten, Anleger über drei Jahre lang mit gefälschten Auszügen getäuscht zu haben.

Bear Stearns, einer der größten Broker für Hedgefonds, hatte bereits 1998 Hinweise auf Betrug bei Manhattan Investments. Die Bank wartete jedoch ein Jahr ab, bevor sie die Bücher überprüfte und die tatsächliche finanzielle Lage erkannte, begründete der Richter sein Urteil. Dadurch konnte Manhattan Investment die Investoren weiter täuschen, die insgesamt 400 Mill. Dollar verloren.

"Das ist ein neuer Dreh", sagt Seth Berenzweig, Partner bei der Kanzlei Albo & Oblon in Arlington, Virginia. "Bei Geschäften mit einer Gesellschaft, die bankrott geht, hat ein Richter die Möglichkeit, herumzuschnüffeln und Geld für die Insolvenzmasse zu sichern." Der Fall gilt als Meilenstein in der Entscheidung über die Frage, wie sorgfältig Wall-Street-Banken ihre lukrativen Hedgefondskunden überwachen müssen.

Bundesaufsichtsbehörden in den USA prüfen derzeit, ob die Investmentbanken bei Krediten an Hedgefonds strenge Regeln anwenden sollen.

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