Heiner Springer
Der Diener dreier Herren

Heiner Springer spricht seit Jahrzehnten für den Bayer-Konzern in Leverkusen. Er gehört so zu den dienstältesten Pressechefs in Deutschland. Nun, nach der Hauptversammlung in Köln, tritt er ab.

LEVERKUSEN. Heute um zehn Uhr geht es los: In Köln startet die Hauptversammlung des Bayer-Konzerns. Heiner Springer hat schon viele erlebt, nicht als Aktionär, sondern als Organisator. Doch dem heutigen Aktionärstreffen sieht der oberste Kommunikationschef des Pharma- und Chemiekonzerns aus Leverkusen mit gemischten Gefühlen entgegen: Es wird seine letzte große Veranstaltung sein. Danach geht er in Rente.

Der 63-Jährige ist einer der dienstältesten Öffentlichkeitsarbeiter Deutschlands, einer, der Krisen erlebt und Vorstandschefs überlebt hat. Doch seine weißen Haare hat er nicht von den vielen Sorgen: „Das ist genetisch bedingt. Die habe ich von meiner Mutter geerbt“, sagt er.

Der Journalist und gelernte Verlagskaufmann Heiner Springer kam 1972 in die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit von Bayer und übernahm 1986 die Leitung der Abteilung. Von 1997 bis zur Neuausrichtung des Unternehmens im Juli 2002 ist Springer als Leiter des Konzernbereichs Unternehmenskommunikation verantwortlich für die weltweite Öffentlichkeitsarbeit und Werbung von Bayer. Dann übernimmt er den Konzernbereich Corporate Communications.

Dass er drei Vorstandsvorsitzende begleitet hat, wie Werner Wenning, sein derzeitiger Chef, auf der Bilanzpressekonferenz lobend erwähnte, ist in der wechselhaften PR-Branche selten. Wennings Erklärung: „Er war immer loyal.“ Springers Antwort: „Jeder Chef ist anders. Es ist eine wesentliche Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit, dass zwischen Chef und Kommunikator ein belastbares Vertrauensverhältnis besteht.“

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