Heinrich Haasis wird Sparkassen-Präsident
Der Dauerkandidat darf doch noch ran

Heinrich Haasis gilt schon lange als Idealkandidat für den Job des Sparkassenpräsidenten. Seite dem Wochenende steht nun fest, dass der 60-Jährige Sparkassenpräsident von Baden-Württemberg nach Berlin an die Spitze der Sparkassenorganisation wechseln wird.

DÜSSELDORF. Heinrich Haasis gilt schon lange als Idealkandidat für den Job des Sparkassenpräsidenten. Doch wegen seines Alters schien dem 60-Jährigen die Zeit wegzulaufen, um die Aufgabe noch von Dietrich Hoppenstedt im September kommenden Jahres zu übernehmen.

Aber nach dem Votum der Verbandsversammlung der Sparkassenvorsteher vom Wochenende steht nun fest, dass der Sparkassenpräsident von Baden-Württemberg nach Berlin an die Spitze der Sparkassenorganisation wechseln wird.

Haasis verfügt über breite Rückendeckung in der Sparkassenorganisation und ist blendend in der Politik verdrahtet. Taktisch klug bewegt er sich auf dem schwierigen Terrain zwischen Politik und Sparkassen. Dies dürfte ihm bei seiner zentralen Aufgabe helfen, die weltweit größte Bankengruppe zu erhalten.

Drei Herausforderungen muss sich der rotblonde Schwabe stellen: den stetig wiederkehrenden Forderungen nach einer Privatisierung der Sparkassen, den Angriffen ausländischer Direktbanken sowie der Erosion in der eigenen Gruppe. Viel Zündstoff liegt hier im Verhältnis von Landesbanken und Sparkassen. Derzeit gibt es zu viele Landesbanken. Entweder sinkt deren Zahl, oder die Sparkassen müssen Opfer für den Erhalt der Institute bringen.

Haasis ist mehr Pragmatiker als Sparkasse-Ideologe. So war der amtierende Sparkassenpräsident von Baden-Württemberg selbst an einigen eklatanten Verstößen gegen die Regeln der eigenen Organisation beteiligt. Er ist Architekt der mittlerweile größten Landesbank – in der LBBW gingen unter anderem die Landesbank und eine große Landessparkasse auf. Und mitbeteiligt war er als Verwaltungsratspräsident, als die öffentlich-rechtliche LBBW die private BW-Bank übernahm. Letzteren Schachzug führen Vertreter des privaten Bankengewerbes heute gerne als Beweis für die Wettbewerbsverzerrungen an: Es könne nicht sein, dass ein öffentlich-rechtliches Institut ein privates kaufe.

Ein Regierungswechsel in Berlin dürfte Haasis’ Arbeit erleichtern. Schließlich saß er lange für die CDU im Stuttgarter Landtag. Seit Jahren ist er Mitglied im „Andenpakt“, einem Freundeskreis von CDU-Politikern wie Roland Koch, Christian Wulff oder Matthias Wissmann. „Das ist einer der wenigen Kreise, wo die persönliche Freundschaft trägt“, sagt Haasis.

Eine seiner Triebfedern ist die pietistische Prägung seines Heimatdorfes Balingen. Hier gilt harte Arbeit als erfüllender Bestandteil des Lebens. Wegen seiner schwäbischen Wurzeln zweifelten Wegbegleiter lange, ob er als Sparkassenpräsident in Berlin glücklich wird.

Der gelernte Verwaltungswirt brauchte auch viel Bedenkzeit. Aber jetzt will er kämpfen: „Der Finanzplatz Deutschland braucht starke Sparkassen.“

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