Heinz Dürr
Pointen, Pathos, Plattitüden

Ex-Bahn-Chef Heinz Dürr teilt in seinen Memoiren kräftig aus - und geht mit ehemaligen Topmanagern wie Daimler-Chef Jürgen Schrempp hart ins Gericht.

DÜSSELDORF. Ein langer Schlaks, aufgestellt neben dem Schotterbett eines Gleises, mit aufgekrempelten Hemdsärmeln, Schutzhelm auf dem Kopf, den etwas ratlosen Blick auf ein festes, für den Betrachter aber unsichtbares Ziel gerichtet – mit diesem Foto auf dem Buchdeckel präsentiert sich ein Mann, der jahrzehntelang zu den bekanntesten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zählte. Inzwischen ist es um ihn, den Ex-Bahnchef, Ex-AEG-Vorstand, Unternehmer und Tarifunterhändler, ruhiger geworden. Doch als 75-Jähriger meldet sich Heinz Dürr noch einmal zurück – mit seinen Memoiren.

„In der ersten Reihe“ hat er ohne Bescheidenheit, die ihm nicht liegt, seinen Lebensbericht tituliert – die „Aufzeichnungen eines Unerschrockenen“, die jetzt im WJS-Verlag erschienen sind. Vielen Zeitgenossen ist der hochaufgeschossene Schwabe, der in seiner Mundart gerne unangenehme Wahrheiten weicher klingen ließ, vor drei Jahrzehnten erstmals ins Bewusstsein gerückt, als er mit dem IG-Metall-Kontrahenten Franz Steinkühler für die Metall-Arbeitgeber vor den Fernsehkameras Tarifabschlüsse verkündete.

Danach ging es rasch aufwärts: Er wurde in den 80er-Jahren Chef der schwer kranken AEG, die nach erfolgreichem Abschluss eines Vergleichs im Daimler-Benz-Konzern von Edzard Reuter landete – was Dürr dort zum Konzernvorstand machte. Schließlich der Bahnchef: Vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl 1990 an die Spitze der Bundesbahn berufen, oblagen ihm auch die Integration der DDR-Reichsbahn und die Initialzündung der Bahnreform.

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