Heinz Ketchup
Nichts zu verbergen

Schon als Kind verkaufte Henry J. Heinz, der Erfinder des weltbekannten Ketchups, Gemüse im Garten. Was sich wie der Beginn eines makellosen Aufstiegs anhört, verlief gar nicht derart problemlos. Der Anfangszeit des Ketchupherstellers war mit einigen Schwierigkeiten verbunden.

DÜSSELDORF. 1869, wenige Jahre nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs: Das Hauptprodukt des jungen Unternehmens „Heinz & Noble“ in Sharpsburg/Pennsylvania war geriebener Meerrettich in Gläsern. In einer Zeit, da Obst und Gemüse häufig in Dosen angeboten wurden und die Qualität erheblich schwankte, wollte Henry John Heinz, dass die Käufer die Güte seiner Produkte schon bei dem ersten Blick auf die Verpackung sehen konnten. Produktqualität war ihm wichtig. Die Qualität sei für ein Produkt das, was der Charakter für einen Menschen sei.

Als Henry J. Heinz im Alter von 25 gemeinsam mit seinem Freund L. Clarence Noble sein erstes Unternehmen gründete, war er im Verkauf von Obst- und Gemüseprodukten bereits ein alter Hase. Schon als Sechsjähriger hatte der Sohn deutscher Einwanderer seiner Mutter im Gemüsegarten geholfen. Mit acht Jahren verkaufte er die überschüssige Ernte in der Nachbarschaft von Tür zu Tür. Mit 16 Jahren belieferte er Gemüsehändler. Frauen aus der Gegend beschäftigte er als Verkäuferinnen.

Heinz und sein Kompagnon Noble hatten zunächst Erfolg. Doch nach nur sechs Jahren waren sie 1875 ruiniert. Denn sie hatten sich verkalkuliert: Sie hatten expandiert, investiert und Schulden gemacht, gleichzeitig waren die Agrarpreise gesunken und die Kreditzinsen gestiegen.

Doch Heinz ließ sich nicht beirren und gründete schon im Jahr darauf mit einem seiner Brüder und einem Cousin ein neues Unternehmen. Noch im gleichen Jahr bot Heinz auch zum ersten Mal Ketchup an. Diese besondere Sauce, deren Ursprung im asiatischen Raum zu finden ist, war damals als vielfach variiertes Hausrezept nicht mehr unbekannt. Jonathan Swift und Charles Dickens hatten sie bereits in Erzählungen erwähnt. In der Variante von Henry J. Heinz trat Ketchup nun seinen weltweiten Siegeszug an.

Unermüdlich kreierte Heinz weitere Saucen und Suppen und konnte schon bald die Schulden des alten Unternehmens begleichen. 1888 zahlte er seine Partner aus und war nun der alleinige Inhaber von „H. J. Heinz & Company“. Inzwischen stellte er auch Dosenlebensmittel her. Dabei achtete er auf strikte Einhaltung der Hygiene. Um auch alle Welt von der Vorbildlichkeit seiner Produktionsstätten zu überzeugen, bot er Fabrikbesichtigungen an.

1892 kam ihm während einer Zugfahrt die Idee für den berühmten Slogan „57 Varieties“: Als er Werbeschilder an der Abteilwand las, fiel sein Blick auf den Slogan einer Schuhfirma, der „21 Styles“ versprach. Er dachte daran, dass sein Angebot zahlreiche Variationen bereithielt. Obwohl Heinz seinerzeit schon weit mehr Produktvarianten zu bieten hatte, entschied er sich für die Zahl 57. Er mochte ihren Klang, sie erschien ihm eine psychologische Ausstrahlung zu haben, zudem waren die Zahlen 5 und 7 für ihn Glückszahlen. Der geschäftliche Erfolg schien dieser Zahlenkombination Recht zu geben. Schon wenige Jahre später war Heinz das größte Unternehmen für Dosenlebensmittel weltweit.

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