Heitkamp Deilmann Haniel
Es wird knapp

Jochen Rölfs kennt sich mit schwierigen Fällen aus. Aber Kritiker zweifeln, ob der Unternehmenschef die marode Bergbausparte von Heitkamp Deilmann Haniel noch retten kann.

HB DORTMUND/DÜSSELDORF. Vor dem Werkstor von Deilmann Haniel in Dortmund-Kurl stehen die Kumpel im Regen. Bewaffnet mit Trillerpfeifen lassen sie kein Auto die Auffahrt passieren, die von weiß-roten Fähnchen der Gewerkschaft IG BCE eingerahmt wird.

Drinnen, in einem schmucklosen Raum, steht ein kleiner kräftiger Mann mit ergrautem Vollbart vor den Journalisten: Jochen Rölfs. Von ihm wollen sie wissen, wie es in Dortmund-Kurl weitergeht. Der als Sanierer bestellte Chef des Bau- und Bergbaukonzerns Heitkamp Deilmann Haniel (HDH) beantwortet am vergangenen Mittwoch alle Fragen.

Später kommen die Protestler mit Schutzhelm und vom Kohlenstaub geschwärzten Gesichtern in den Konferenzraum. Sie machen keinen Aufstand, sondern hören zu und fragen. „Ich glaub dem Mann, wenn einer den Laden retten kann, dann er“, sagt einer der Bergleute über Rölfs.

Doch auch der 57-jährige Steuerberater und Wirtschaftsprüfer aus Düsseldorf kann letztlich nicht mehr viel ausrichten. Ohne Aufträge der Deutschen Steinkohle (DSK), des einzigen Auftraggebers, gehen bei der HDH-Bergbautochter Deilmann Haniel bald die Grubenlichter aus. „Ohne neue Aufträge enden wir Ende des Monats in der Insolvenzantragspflicht“, sagt Rölfs unverblümt. Mit kurzfristigen Bestellungen sei kaum zu rechnen, hat DSK-Chef Bernd Tönjes bereits klar gemacht. Nur noch die Politik könne Deilmann Haniel retten, sagt Rölfs. Doch die zieht sich aus dem Bergbau zurück. Das Aus für die Bergbausparte könnte den gesamten, fünftgrößten deutschen Baukonzern Heitkamp in die Tiefe reißen – und Rölfs Sanierungsarbeit seit vergangenem Sommer zunichte machen.

Rölfs Karriere begann nicht im Sanierungsgeschäft. Der ausgebildete Steuerberater und Wirtschaftsprüfer startete 1979 mit einer kleinen Steuerberatungspraxis in Erkrath bei Düsseldorf. Im Laufe der Jahre gelang es ihm, durch geschickte Fusionen zum Teil größerer Unternehmen zum Chef und Mitinhaber der heutigen Rölfs-Partner-Gruppe in Düsseldorf aufzusteigen. Die Gruppe gehört zu den größten unabhängigen Beratungs- und Prüfungsgesellschaften Deutschlands mit 450 Mitarbeitern und 60 Millionen Euro Umsatz.

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